Aufregung um "Nadel-Attentat" in Discothek im Raum Linz

13. März 2002, 18:53
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Mädchen in HIV-Angst - Sicherheitsbehörden wiegeln ab

Linz - Moderne Sagen wie jene von unbemerkten Attacken mit HIV-verseuchten Spritzen in Discos kursieren seit einigen Jahren immer wieder. In Oberösterreich könnte nun ein Trittbrettfahrer aktiv geworden sein, die Exekutive ermittelt.

Eine 17-jährige Oberösterreicherin soll am Wochenende in einer Disco im Großraum Linz in den Arm gestochen worden sein. Im AKH der Landeshauptstadt wurde eine Verletzung mit einem unbekannten spitzen Gegenstand diagnostiziert und bei der Exekutive angezeigt.

Für Alois Lißl von der Sicherheitsdirektion ist der Hintergrund des Vorfalls noch nicht klar. Denn seit einigen Wochen kursieren auch in Oberösterreich Gerüchte, dass Menschen durch Stiche mit HIV-verseuchten Spritzen mit der Immunschwächekrankheit infiziert worden sein sollen. Im aktuellen Fall liegt wegen der langen Inkubationszeit zwar noch kein Befund vor, Lißl glaubt aber eher nicht an eine derartige Attacke.

"Aus derzeitiger Sicht ist es wahrscheinlicher, dass jemand, der das Gerücht kennt, zum Trittbrettfahrer geworden ist", erklärt der Beamte. Denkbar sei aber auch, dass der betroffene Betrieb durch solche Attacken vorsätzlich geschädigt werden soll. Das Opfer konnte bisher zum genauen Hergang nicht befragt werden, da es noch unter Schock steht. Lißl schließt aber in den kommenden Wochen weitere Vorfälle nicht aus. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 13.3.2002)

Symbolbild
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