Dem UCI-Lassallestraße fehlen Besucher: Sperre

12. März 2002, 09:33
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Letzte Filmvorstellung am Donnerstag

Wien - Einer der größten Kinobetreiber Europas, die UCI Kinowelt Gesellschaft, muss in Österreich einen Standort schließen: Im Haus an der Lassallestraße werden kommenden Donnerstag das letzte Mal die Filmrollen in die Projektoren gespannt. Das Kino mit mehr als zweitausend Sitzplätzen wird danach endgültig geschlossen, die Mitarbeiter an den beiden anderen Standorten (Millennium-City und SCS) eingesetzt.

Als Ursache für die zu geringen Besucherzahlen führt man seitens der UCI die mangelnde Umsetzung eines Gesamtkonzepts für die Kino-und Erlebniswelt Lassallestraße an. Seitens des Investors seien zu wenig Einkaufs-und Gastronomieangebote geschaffen worden. Daher konnte der Standort Lassallestraße "langfristig nicht zu einem erfolgreichen Kinostandort" werden, so Sprecherin Ursula Sribal. Nur wenige Hundert Meter entfernt bietet ein weiterer Großkinobetreiber ein ähnliches Film- und Vergnügungsangebot.

Experten warnen seit langem, dass das übergroße Sitzplatzangebot im Wiener Raum zu weiteren Kinoschließungen führen wird. Erst Anfang Februar musste die Kinokette City Cinemas Konkurs anmelden. Etliche ihrer Innenstadtkinos wurden bereits geschlossen. Die Verhandlungen über den Erhalt des Metro-und des Gartenbaukinos, in Letzterem wird jedes Jahr die Viennale abgehalten, sind noch im Gange.

In einer wirtschaftlichen Krise steckte zuletzt auch das Auhof-Kinocenter. Vor einem Jahr ging der US-Mutterkonzern der österreichischen Europlex LCE als Auhof-Betreiber in Konkurs, das Kino wurde von neuen Investoren übernommen. (aw; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.2.2002)

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