Frauen verlangen weniger Geld für gleiche Arbeit

12. März 2002, 09:59
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US-Studie zeigt geschlechtsspezifische Unterschiede im Selbstwert auf

Weinheim - Frauen verlangen einer Studie zufolge weniger Geld als Männer für die gleiche Arbeit. Das liege nicht nur an den Frauen, sondern auch am oft größeren Selbstbewusstsein der Männer, schreibt das in Weinheim erscheinenden Magazin "Psychologie heute" (Aprilausgabe) mit Verweis auf eine US-Studie des Teams um Brett Pelham von der State University of New York in Buffalo.

Bei der Untersuchung sollten mehr als 200 StudentInnen verschieden schwere Aufgaben lösen und beispielsweise herausbekommen, dass sich aus den Buchstaben "railbunt" das Wort "tribunal" bilden lässt. Anschließend konnten sie ein Honorar dafür fordern.

Geschlechtsspezifische Bescheidenheit

Frauen wie Männer verlangten bei den leichteren (gelösten Aufgaben) je etwa 1,5 Dollar (1,71 Euro). Hatten Frauen jedoch schwere Aufgaben nicht gelöst, gaben sie sich mit rund der Hälfte des Geldes zufrieden. Männer dagegen senkten auch nach ungelösten Aufgaben ihre Forderungen nicht.

Die Geldwünsche hingen auch damit zusammen, wie viel die/der StudentIn mit realen Nebenjobs verdiente. "Eine schlecht bezahlte Arbeit zu besitzen hatte ungefähr den gleichen Effekt wie eine Frau zu sein", berichtet das Team um Pelham. Wer dagegen viel verdiente, verlangte auch im Experiment mehr Geld. Die Originalstudie ist im "Journal of Experimental Social Psychology" (3/2001) erschienen.
(APA)

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