Das neue Wildwasser und die alte Gstätten

12. März 2002, 09:31
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Präsentation neuer Pläne für den Donaukanal

Wien - "Möglichst wenig verändern - weil es ist klass hier", lautet der Grundsatz des Wiener "Donaukanal-Koordinators" Klaus Steiner von der MA18 (Stadtplanung). "Was fehlt, sind Klos, Notrufsäulen, Strom, Kanäle." Und das kostet Geld. So wie auch der Bau einer Wildwasserstrecke im Bereich Nußdorfer Lände/ Schemmerlbrücke Geld kostet. Viel Geld. Geld, das weder auf der Straße liegt, noch den Kanal runterschwimmen soll.

Daher ist es auch nicht der große Umbau der urbanen Kanallandschaft, der Montag gleich von drei SP-Stadträten präsentiert wurde - Rudolf Schicker (Planung), Grete Laska (Freizeit und Sport) und Isabella Kossina (Umwelt). Sondern einzelne Projekte, die auch als Zugpferd für eine bessere Infrastruktur vorgespannt werden sollen.

Da gäbe es etwa den "Hermannpark" bei der Urania. Eine Gstätten, auf die schon Investoren begehrliche Blicke werfen. Hier könnte auf der Promenadenebene jedenfalls ein öffentlich zugängliches Sportzentrum entstehen, mit Duschen, Umkleidekabinen und allem, was für ein Jogger-oder Skaterleben so dazugehört. Auch könnte hier ein Ruderclub ("LIA") anlegen.

Hadid und Tunnel

Grundsätzlich aber soll der Uferbereich unbebaut bleiben. Nur oben, an der Oberkante, ist einiges möglich. Wie etwa der schon lange angekündigte Wohnbau der Star-architektin Zaha Hadid im Bereich Spittelauer Lände. Diesen Herbst soll nun endlich mit dem Bau begonnen werden. Oder im Untergrund - gleich neben dem Hadid-Projekt -, wo ein verwaister U-Bahn-Tunnel seit acht Jahren für Jugendkulturprojekte umgebaut werden soll.

Dazu ein "geschlechtsneutraler" Kinderspielplatz am 2.-Bezirks-Ufer. Die "Summerstage" - derzeit nur auf Widerruf bewilligt - soll vom Provisorium zu einer Dauereinrichtung umgewandelt werden. Dazu eine "Wasserwand" als Projektionsfläche für Kulturevents. Oder, kanalabwärts, ein neuer Steg bei den Gasometern Simmering.

Der größte Brocken wäre jedenfalls die Wildwasserstrecke, für die derzeit eine Machbarkeitsstudie erstellt wird. "Aber nicht im Donaukanal selbst", wie Laska betont. "Das wäre zwar möglich - aber für die Schiffe ein bisserl blöd."

Schwedenplatz

Und dann gibt es noch den Bereich Schwedenplatz", den Schicker als "das größte Potenzial im innerstädtischen Bereich" ansieht. Aber vorher wird noch einiges Wasser den Kanal-Bach runtergehen. Denn erst wird hier in unmittelbarer Nähe eine gewaltige Künette entstehen - im Zuge der Bauarbeiten für die U2-Verlängerung nach Wien-Donaustadt.

Die ersten Donaukanalpläne sind das jedenfalls nicht, die da präsentiert wurden. Aber Schicker ist optimistisch: "Klaus Steiner ist der Grund, weshalb ich zuversichtlicher bin, dass es diesmal mit der Umsetzung besser funktioniert." (frei, der Standard, Printausgabe, 12.03.02)

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