Schultor stürzte auf Elfjährige

11. März 2002, 20:19
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Mädchen schwer verletzt - Zusätzliche Sicherungen versprochen

Graz - Beim Betreten des Pestalozzi-Gymnasiums in der Grazer Innenstadt wurde Montagfrüh ein elfjähriges Mädchen durch eine umstürzende Eingangstür schwerst verletzt. Die Schülerin wollte gegen 7.30 Uhr gemeinsam mit einer Freundin die Schultüre öffnen, als sich die 150 Kilo schwere Eisen-Glas-Konstruktion aus den Angeln löste. Während die Freundin noch rechtzeitig zur Seite springen konnte, wurde die Elfjährige vom Tor mit voller Wucht am Kopf getroffen.

Die Folgen waren laut Notarzt Michael Schindler, der die Schülerin an Ort und Stelle intubierte, dramatisch: "Das Kind war zwar munter, aber unkoordinierte Bewegungen und Blutaustritt aus dem Ohr wiesen auf eine schwere Schädelverletzung hin." Dieser Verdacht bestätigte sich in der Grazer Kinderchirurgie, wo ein schweres Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert wurde.

Das Mädchen wurde laut Primar Michael Höllwart nach der Operation in künstlichen Tiefschlaf versetzt und künstlich beatmet, die Folgen der Verletzungen seien derzeit aber noch nicht absehbar.

Sicherungsbolzen gelöst

Wie es zu diesem verhängnisvollen Unglück kommen konnte - die Türe wurde laut Landesschulbehörde im Vorjahr routinemäßig gewartet - war vorerst ungeklärt. Ersten Untersuchungen zufolge dürfte sich ein Sicherungsbolzen in einem Drehgelenk gelöst haben. Auch ein Materialfehler oder Materialermüdung werden von den Ermittlern nicht ausgeschlossen.

In der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), in deren Besitz sich das Gebäude befindet, kann man sich das Geschehen nicht erklären. Die BIG kündigte an, ab sofort werde in allen Bundesschulen dafür gesorgt, dass Tore und Türen mit einem dritten Sicherheitsband versehen werden. Der tragische Unfall habe eine Schwachstelle sichtbar gemacht, mit der bisher nicht gerechnet worden war. (ek, Der Standard, Printausgabe, 12.03.02)

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