Industrieanlagen gegen Pistazien

11. März 2002, 19:30
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Österreichische Ingenieurleistung in Iran weiter stark gefragt

Wien - Österreich und Iran sind auf dem bestem Wege, ihre traditionell guten Wirtschaftsbeziehungen weiter auszubauen. Anlässlich des derzeit stattfindenden Staatsbesuchs von Präsident Mohammad Khatami in Österreich wird sich dem Vernehmen nach das Füllhorn über die heimische Exporteure ergießen.

Die Projekte, in die Iran österreichische Unternehmen einbinden will, reichen von Anlagenbauten bis zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur - insbesondere im Eisenbahnbereich. "Da geht es zusammengenommen um eine namhafte Summe", sagte der Iran-Spezialist der Wirtschaftskammer Österreich, Johannes Brunner, dem STANDARD. Im Vorjahr haben die österreichischen Exporte nach Iran mit einer Steigerung um 50 Prozent erstmals die 250-Mio.-Euro-Grenze überstiegen. Die österreichischen Importe aus Iran machten demgegenüber rund 17 Mio. Euro aus, ein Minus von rund 22 Prozent. Der Rückgang bei den Einfuhren wird in der Wirtschaftskammer auf die schwache Konjunktur in Westeuropa zurückgeführt.

Zu den Hauptimportgütern aus Iran zählen Trockenfrüchte und Pistazien, aber auch Teppiche. Traditioneller Schwerpunkt heimischer Exporteure ist der langfristige Ausbau der elektrischen Energie inklusive Errichtung von Staudämmen. Auch beim Ausbau des iranischen Stahl-und Eisenbahnsektors sind österreichische Unternehmen massiv engagiert. Im Umweltbereich arbeiten heimische Firmen mit der lokalen Autoindustrie und Umweltbehörde zusammen. Chancen werden auch in der Müllverwertung und im Bereich Wassermanagement beziehungsweise Wasseraufbereitung gesehen.

Anlässlich des Staatsbesuchs wird auch ein Doppelbesteuerungs- und Zollkooperationsabkommen unterzeichnet. Iran wird ständig von mehr als 160 österreichischen Exportfirmen bearbeitet. 20 Firmen unterhalten Repräsentanzen oder Joint Ventures. (DER STANDARD, Print- Ausgabe, 12.3.2002)

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