"Asterix und Obelix: Mission Kleopatra": Durch die Wüste

30. Juli 2004, 13:31
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Asterix und Obelix pflichtschuldig und uninspiriert

Wien - Das Dromedar hat sich hoffentlich wieder erholt. Wie man Gérard Depardieu in seinem kesselartig verstärkten Beinkleid (blau-weiß gestreiftes Tuch plus Metallstützkorsett), samt Hündchen, auf sein Reittier verfrachtet hat, das hätten wir - frei nach dem Römergruß "Respekt und Robustheit" - gerne gesehen!

Warum Gérard Depardieu aufs Dromedar muss? Nun, der Superstar ist erneut in die Rolle des kugeligen Obelix geschlüpft. Und weil man sich aus der legendären Comicserie von Uderzo und Goscinny diesmal das ägyptische Abenteuer zwecks Verfilmung ausgesucht hat, muss Obelix gemeinsam mit Asterix (Christian Clavier) durch die Wüste, um dem verzweifelten Architekten Numerobis (Jamel Debouzze) bei der Erfüllung seines Auftrags zu helfen: Kleopatra (Monica Bellucci), die mit der spitzen Nase, hat nämlich mit Cäsar (verkörpert von Regisseur Alain Chabat) gewettet, dass ihr Baumeister dem Römer in drei Monaten einen schlüsselfertigen Palast in die Wüste setzt.

Foto: Tobis/StudioCanal

Und das war's auch schon: Für Langeweile wird gesorgt. Das Humorlevel bewegt sich in Asterix & Obelix: Mission Kleopatra auf jenem Konsensniveau, nach dem es als witzig gilt, wenn auf einer staubigen Baustelle plötzlich James Browns "I Feel Good" erklingt, und die Ägypter den Soulman in sich entdecken. Wenn man sich Sergio-Leone-like duelliert oder zwei konkurrierende Architekten einander Tiger & Dragon-mäßig die Säulchen auf und ab bekämpfen.

Der Film lenkt die Aufmerksamkeit vor allem auf seine Schauwerte - die Bauten, die Kostüme, Gérard Depardieus oder Monica Belluccis Dekolletee - und verweist so letztlich darauf, dass Interessantes allenfalls außerhalb der Leinwand liegt:

Mission Kleopatra ist jetzt schon eine französische Erfolgsstory. Die Produktionskosten des Spektakels beliefen sich auf sagenhafte 45 Millionen Euro - und die entsprechenden Produktionsnotizen (2000 Statisten, 5000 Sandalen, 1500 Tauben, etc.) lesen sich unterhaltsamer, als der Film je wirkt.

Allein am Startwochenende verteilten sich insgesamt 629.000 französische Fans auf 900 Kinosäle (ein besseres Ergebnis als etwa für Harry Potter). Wir warten auf das Making of.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12. 3. 2002)

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