Arafat stand drei Monate unter Hausarrest

11. März 2002, 16:22
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Ramallah - Seit Montag darf sich Palästinenserpräsident Yasser Arafat in den Autonomiegebieten wieder frei bewegen. Israel hatte ihn seit dem 3. Dezember 2001 in Ramallah faktisch unter Hausarrest gestellt. Nachfolgend ein Überblick über die Ereignisse der vergangenen drei Monate.

  • Am Abend des 3. Dezember 2001 rücken israelische Panzerfahrzeuge in die autonome Stadt Ramallah ein und beziehen rund 500 Meter von Arafats Amtssitz Stellung. In Gaza hatten zuvor israelische Kampfhubschrauber zwei Hubschrauber Arafats in unmittelbarer Nähe des Präsidentensitzes zerstört.

  • Am 13. Dezember bricht Israel jeden Kontakt mit Arafat ab. Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon wirft dem Palästinenserpräsidenten vor, "nichts gegen den Terrorismus zu tun" und verwehrt ihm die Teilnahme an den Weihnachtsfeiern in Bethlehem.

  • Am 2. Januar bekräftigt Sharon seine Absicht, Arafat so lange in Ramallah festzuhalten, bis die Mörder des israelischen Tourismusministers Rehavam Zeevi fesgtgenommen seien. Zeevi war im Oktober 2001 ermordet worden. Die radikale Palästinenserorganisation Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) hatte sich zu dem Mord bekannt.

  • Am 31. Jänner bedauert der israelische Regierungschef in einem Interview, dass Arafat während der Besetzung Libanons im Jahr 1982 durch israelische Truppen nicht "liquidiert" wurde.

  • Am 17. Februar schlägt der saudidarabische Kronprinz Abdullah eine "völlige Normalisierung" der Beziehungen zwischen den arabischen Ländern und Israel vor. Als Voraussetzung nennt er den vollständigen Abzug der israelischen Truppen aus den besetzten Gebieten. Die Initiative stößt in Israel und international auf Interesse.

  • Am 20. Februar greift die israelische Armee erstmals Arafats Hauptquartier in Gaza an.

  • Am 25. Februar beschließt das Kabinett in Jerusalem eine vorübergehende Lockerung der Blockade Arafats. Er darf seinen Amtssitz verlassen, muss jedoch in Ramallah bleiben. Die Armee zieht sich von seinem Regierungssitz zurück.

  • Am 6. März treffen Hubschrauber-Raketen erstmals ein Nachbargebäude des Präsidentensitzes in Ramallah, während Arafat in seinen Büros eine EU-Delegation unter Leitung des Nahost-Beauftragten Miguel Angel Moratinos empfängt.

  • Am 9. März geben palästinensische Sicherheitskräfte die Festnahme des mutmaßlichen Drahtziehers von Zeevis Ermordung bekannt. Zuvor waren bereits weitere Verdächtige festgenommen worden. In der darauffolgenden Nacht zerstören israelische Raketen Arafats Hauptquartier in Gaza.

  • Am 11. März hebt Israel die Blockade auf: Arafat darf sich allerdings nur in den Autonomiegebieten frei bewegen. Für Auslandsreisen braucht er weiterhin eine Genehmigung Israels. (APA)
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