Berlusconis Bruder muss wegen Steuerbetrug vor Gericht

11. März 2002, 15:12
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Ebenfalls angeklagt ist der Vizepräsident des Europaparlaments

Rom - Paolo Berlusconi, Bruder des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, und der Vizepräsident des EU-Parlaments, Guido Podesta, müssen sich wegen des Verdachts des Steuerbetrugs vor Gericht verantworten. Dies wurde am Montag von einem Mailänder Richter beschlossen. Der Prozess gegen Berlusconi und Podesta wird am 15. November beginnen.

Die Ermittler der lombardischen Hauptstadt werfen Paolo Berlusconi vor, zwischen 1991 und 1996 über seine Gesellschaft Simec, die eine Müllentsorgungsanlage an der Peripherie Mailands verwaltet, auf illegale Weise Gelder aus den Mailänder Stadtkassen erhalten zu haben. In die Affäre sind rund 50 Personen verwickelt. Ermittlungen laufen auch gegen den Präsidenten der Region Lombardei, Roberto Formigoni, einen Spitzenvertreter von Berlusconis liberalkonservativer Partei Forza Italia, dem Korruption vorgeworfen wird.

Paolo Berlusconi hatte auch in den vergangenen Jahren große Probleme mit den Mailänder Ermittlern. 1998 wurde er vom Mailänder Berufungsgericht zu einem Jahr Haft wegen Schmiergeldzahlungen verurteilt. Er hatte laut den Richtern Ende der 80er Jahre dem Verwaltungsrat der Gemeinde Pieve Emanuele bei Mailand Schmiergelder bezahlt, um die Genehmigung für den Bau eines Golfplatzes und von 200 Wohnungen zu erhalten.(APA)

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