Uniqua bei kroatischer Versicherung im Rennen

11. März 2002, 14:27
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Höchstes Gebot nach slowenischer Triglav

Zagreb/Wien - Das höchste unverbindliche Angebot für die zur Privatisierung anstehende größte kroatische Versicherung Croatia Osiguranje hat laut kroatischen Zeitungen die slowenische Triglav Osiguranje mit 130 Mill. Euro gelegt. Ein vergleichbar hohes Angebot sei von der österreichischen UNIQA gekommen, berichten die zwei auflagenstärksten kroatischen Tageszeitungen Vecernji list und Jutarnji list (Abend- und Morgenblatt). Sie vermuten hinter Triglav aber einen anderen geheimen Bieter, da die slowenische Versicherung nur geringfügig größer als die Croatia Osiguranje ist, und nennen dabei die deutsche Allianz.

Einer der sieben Bieter, die an der Mehrheitsübernahme interessiert sind, hat laut Jutarnji list ein Angebot in Höhe von 100 Mill. Euro gelegt und sei bereit, weitere 70 Mill. Euro zu investieren. Das Blatt berichtet auch, dass die Regierung überlege, ein Angebot eines ungarischen Unternehmens zu akzeptieren, das noch mehr als die Triglav Versicherung biete, obwohl das Angebot nicht rechtzeitig eingelangt war.

Wiedergutmachung

Laut anonymen Regierungsquellen ist die kroatische Regierung bereit, der katholischen Kirche 30 Prozent an der Croatia Osiguranje - als Wiedergutmachung für die Nationalisierung (Enteignung) von Kircheneigentum durch die Kommunisten nach dem Zweiten Weltkrieg - zu überlassen. Offizielle Bestätigungen dafür gibt es dafür aber noch von keiner Seite. Laut dem Generalvikar des Zagreber Erzbistums, Vladimir Stankovic, hat die katholische Kirche bereits einige Male das Management der Croatia Osiguranje zur Überprüfung dieser Situation kontaktiert. Das Erzbistum war 1884 ein wichtiger Faktor bei der Gründung der Versicherung gewesen.

Die Bieterfrist für die größte kroatische Versicherung Croatia Osiguranje ist in der Vorwoche abgelaufen. Unter den Bietern befanden sich erwartungsgemäß auch zwei Österreicher: Die UNIQA und die Grazer Wechselseitige Versicherung (Grawe) haben unverbindliche Übernahmeangebote gelegt. Offerte für die Mehrheitsübernahme kamen auch von der deutschen Allianz-Versicherungsgruppe, einem kroatischen Unternehmens-Konsortium, der US-amerikanische Leucadia, der israelische TBI Holding und der slowenische Triglav Osiguranje.

Zum Verkauf stehen zunächst 51 Prozent. Laut früheren Angaben will die kroatische Regierung dafür nicht weniger als 100 Mill. Euro erhalten.

52 Prozent Marktanteil

Die Croatia Osiguranje deckt derzeit rund 52 Prozent des kroatischen Marktes ab. Der Gewinn belief sich im Vorjahr auf rund 75 Mill. Kuna (10,16 Mill. Euro). Beteiligt ist die größte Assekuranz des Landes mit 95 Prozent auch am einzigen kroatischen Rückversicherer Croatia Lloyd sowie mit 52 Prozent an der Croatia Osiguranje in Bosnien-Herzogwina.(APA)

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