Djindjic mit Reformtempo in Serbien unzufrieden

11. März 2002, 14:03
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Premier spricht von "Mutlosigkeit" und "Zynismus" - Bevölkerung zu mehr Initiativen aufgefordert

Belgrad/Wien - Der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic hat seine Unzufriedenheit über das Reformtempo in Serbien und den Weg in die europäische und internationale Gemeinschaft geäußert. Kritisch bemerkte er, dass die Welt mehr Interesse zu haben scheine, was in Serbien passiere, als die heimische Bevölkerung selbst. "Eine Mutlosigkeit hat die Macht ergriffen in unserem Land, ein Zynismus, eine Verhöhnung der gesunden Ideen und des Optimismus", wurde Djindjic am Montag vom Belgrader Sender "B-92" zitiert.

Sehe man sich die Medienberichte an, dann bekomme man den Eindruck, "dass wir in einem verfallenen Land leben, dass niemand nichts erhofft und dass nichts gemacht werden kann". "Das ist nicht richtig", fügte der Premier hinzu. Bestimmte Blockaden für grundlegende Änderungen würden auch in der Regierung selbst liegen, räumte Djindjic ein und erinnerte damit auch an die Uneinigkeit in der regierenden Demokratischen Opposition Serbiens (DOS).

"Administrative Hindernisse und ineffiziente Justiz"

Vor allem aber administrative Hindernisse und eine ineffiziente Justiz würden eine Blockade darstellen. Hier bemängelte Djindjic auch die Straffreiheit ehemaliger "Führer, die die Wirtschaft und das Land ruiniert haben". Von der Bevölkerung verlange er, dass sie für ihre Interessen kämpfe und einen unternehmerischen Geist an den Tag lege. Dafür seien aber jetzt Aktionen notwendig. "Ihr werdet schlafen, wenn ihr in Pension geht. Ihr müsst euch motivieren, ein höheres Ziel zu erreichen und das ist, dass wir Serbien definitiv unter die entwickelten Staaten führen", appellierte Djindjic an die serbischen Bürger.(APA)

  • Artikelbild
    foto: epa/koca sulejmanovic
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