Baxter-Werk in Krems ab 2005 in Betrieb

11. März 2002, 19:36
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Baubeginn für neue Produktionsanlage für Impfstoffe in den nächsten Wochen - 300 neue Jobs

Wien - Der US-Pharmakonzern Baxter errichtet in Krems eine neue Produktionsanlage zur Herstellung von Impfstoffen. Wie Baxter-Vorstand Gordon H. Busenbark am Montag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll mitteilte, wird mit dem Bau des Werks, in das 176 Millionen Dollar (205 Mio. Euro) investiert werden, in den nächsten Wochen begonnen. Die Inbetriebnahme ist für 2005 vorgesehen. Bei voller Kapazität wird der neue Betrieb 300 Mitarbeiter beschäftigen.

Wie DER STANDARD exklusiv berichtete, hatten sich die Verhandlungen mit Baxter rund neun Monate hingezogen. Krems musste dabei andere attraktive westeuropäische Konkurrenzstandorte ausstechen und zuletzt vor allem gegen die Lockrufe aus Irland angehen.

Großzügige Förderung

Für Bartenstein stellt das neue Baxter-Werk eine der herausragendsten Investitionsentscheidungen in Österreich dar. Dementsprechend großzügig fiel auch die öffentliche Förderung aus. Bund und Land werden diese Investition mit jeweils 13,5 Millionen Euro unterstützen, was der von der EU gezogenen Förderobergrenze entspricht. "Das zeigt, wie wichtig uns diese Betriebsansiedlung ist."

Pröll erwartet sich von dem neuen Baxter-Werk in Österreich wichtige wirtschaftliche Impulse für die Region und das ganze Bundesland. "Niederösterreich befindet sich derzeit in einer Gründerphase", befand er euphorisch. Er hofft auch, dass die Perspektiven der EU-Erweiterung die Attraktivität Ostösterreichs als Wirtschaftsstandort im Allgemeinen und Niederösterreichs im Besonderen weiter erhöhen werden.

Dass Krems als Standort ausgewählt wurde, führte Pröll vor allem auf die hervorrangenden personellen Ressourcen dieser Region zurück. Mit der Donauuniversität und einer Fachhochschule, die einen Lehrgang für Biotechnologie im Angebot hat, seien gute Voraussetzungen für die benötigten qualifizierten Arbeitskräfte gegeben.

Weltkonzern

Baxter wurde 1931 gegründet, die Zentrale befindet sich in Deerfield bei Chikago. Das in über 100 Ländern vertretene Unternehmen entwickelt, erzeugt und vertreibt pharmazeutische und medizintechnische Produkte. Im vergangenen Jahr wurden mit 43.000 Mitarbeitern 7,7 Mrd. Dollar umgesetzt, was gegenüber 2000 eine Steigerung um elf Prozent bedeutet.

In Österreich besitzt Baxter nach der Übernahme der Immuno 1997 Forschungs- und Produktionseinrichtungen in Orth (NÖ) und Wien. Im vergangenen Jahr wurden mit 2700 Mitarbeitern rund 500 Mio. Euro umgesetzt. Über 90 Prozent der Produkte gehen in den Export. (gb, DER STANDARD, Printausgabe 12.3.2002)

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