Über Umbildung Jugoslawiens wird im engsten Kreis verhandelt

11. März 2002, 13:24
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Montenegrinischer Präsident soll einer Aufschiebung der Unabhängigkeits- abstimmung zugestimmt haben

Belgrad/Podgorica - Die Verhandlungen zwischen Serbien und Montenegro über die Umbildung der Bundesrepublik Jugoslawien werden am Montag fortgesetzt. Nachdem sich Jugoslawiens Präsident Vojislav Kostunica und Vizeministerpräsident Miroljub Labus in der Vorwoche in Podgorica mit dem montenegrinischen Präsidenten Milo Djukanovic und dem Ministerpräsidenten Filip Vujanovic getroffen hatten, wird am Montag ein Besuch von Djukanovic und Vujanovic in Belgrad erwartet.

Nach Angaben der montenegrinischen Tageszeitung "Vijesti" dürfte es von den Ergebnissen der Gespräche abhängen, ob der Hohe Vertreter für die EU-Außenpolitik, Javier Solana, am Mittwoch in Belgrad ein Treffen von jugoslawischen Spitzenpolitikern einberufen wird. Solana hatte Ende Dezember neue Verhandlungen zwischen Belgrad und Podgorica zur Lösung der Verfassungskrise eingeleitet. Sein Vorschlag, der bisher nicht offiziell veröffentlicht worden ist, zielt auf die Bildung einer funktionellen Föderation ab.

Laut Medienberichten geht es bei den aktuellen Verhandlungen vor allem um die weiterhin strittigen Wirtschaftsfragen. Montenegro, das praktisch seit drei Jahren als unabhängiger Staat funktioniert, will weder auf den Euro, noch auf die Befugnisse in den Bereichen Zoll- und Außenhandelspolitik verzichten. Einer Aufschiebung des Unabhängigkeitsreferendums soll Präsident Djukanovic bereits zugestimmt haben.(APA)

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