Hilfsorganisation ging Taliban mit Jesus-Video in die "Falle"

11. März 2002, 11:23
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"Shelter Now": Regime wollte von vornherein westliche Geiseln

Berlin - Mitarbeiter der deutschen evangelikalen Hilfsorganisation "Shelter Now" haben laut Kathpress bestätigt, dass sie vor ihrer Verhaftung in Afghanistan im August 2001 Video-Filme über Jesus gezeigt haben. Sie seien von Afghanen "aufdringlich dazu gedrängt worden", berichten "Shelter-Now"-Helfer in dem Buch "Gefangen in Kabul", das kürzlich in Deutschland präsentiert wurde. Der Vorsitzende der Hilfsorganisation, Udo Stolte, erklärte, es habe sich um eine "Falle" gehandelt.

Im vergangenen Sommer waren acht westliche und 16 afghanische Helfer von den damals herrschenden radikal-islamischen Taliban festgenommen worden. Ihnen wurde vorgeworfen, christliche Missionierung betrieben zu haben, was in dem islamischen Land streng verboten war. Die westlichen Helfer wurden während des Afghanistan-Krieges von den USA befreit. Die Hilfsorganisation hatte während der Inhaftierung mehrfach erklärt, sie missioniere nicht in Afghanistan.

Stolte geht davon aus, dass die afghanische Familie, die die Videos sehen wollte, unter Druck gesetzt worden sei: "Man wollte von vornherein, als der Anschlag am 11. September geplant wurde, westliche Geiseln".(APA)

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