Russland schickt eigenen Vermittler in den Nahen Osten

11. März 2002, 10:47
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Vier Palästinenser bei israelischen Militäraktionen getötet

Moskau/Kalkiliya/Gaza - Die russische Regierung hat am Montag ihren Sondervermittler Andrej Wdowin in den Nahen Osten entsandt. Im Auftrag von Außenminister Igor Iwanow solle Wdowin Gespräche mit der israelischen Regierung und den Palästinensern und mit anderen Staaten der Krisenregion führen, teilte das Ministerium in Moskau mit. Russland ist gemeinsam mit den USA Schirmherr der Nahost-Verhandlungen.

Bei israelischen Militäraktionen in den Palästinensergebieten sind am Montag mindestens vier Menschen getötet worden. Israelische Truppen drangen in die Autonomiestadt Kalkiliya im Westjordanland vor und zerstörten Gebäude der palästinensischen Polizei. Bei heftigen Schusswechseln wurden zwei Palästinenser erschossen und mindestens vier verletzt.

Im Gazastreifen eroberten israelische Truppen ein regionales Polizeihauptquartier in der Nähe des Flüchtlingslagers Bureij. Ein palästinensischer Polizist wurde dabei getötet. Auch in der Ortschaft Tubas nahe Nablus im nördlichen Westjordanland nahm die Armee nach Rundfunkberichten mehrere strategische Positionen ein. Südlich von Hebron schossen israelische Soldaten auf ein palästinensisches Fahrzeug. Dabei wurde ein Insasse getötet und zwei weitere verletzt.

Auch die Militäroperationen in drei Flüchtlingslagern bei Bethlehem wurden fortgesetzt. Der israelische Rundfunk meldete, die Armee habe in Daheishe alle männlichen Einwohner im Alter von 13 bis 40 Jahren versammelt, um sie zu verhören.(APA/dpa)

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