"Abfahrts-Gold war eine Riesenerlösung"

11. März 2002, 12:46
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Herren-Cheftrainer Toni Giger zieht Bilanz nach einer Saison, die trotz Verletzungen viele Erfolge brachte

Wien - Die Herren-Mannschaft des ÖSV hatte in dieser Saison einige Rückschläge zu verkraften. Ein Leistungsträger nach dem anderen verletzte sich, und doch gab sich das Team alles andere als geschlagen. Im Gegenteil: 17 Siege fuhren Stephan Eberharter und Co. ein und bewiesen damit, dass Österreich die Nummer eins ist.

"Die Mannschaft hat die vielen Ausfälle mehr als kompensiert", sagt daher auch Cheftrainer Toni Giger zufrieden. Für einen Trainer ist das wohl die größte Freude, wenn das Team auch ohne einige Zugpferde in die Bresche springt. "Nach so vielen Verletzungen hat man mit solchen Erfolgen eigentlich gar nicht rechnen dürfen", erklärt der Cheftrainer und ergänzt: "Aber in dieser Situation sind dann einige über sich hinausgewachsen, ganz speziell eben Stephan Eberharter."

Rückkehr der Verletzten

Allerdings soll sich die Mannschaft schon bald wieder vergrößern. "Werner Franz steht wieder auf Skiern, auch Heinz Schilchegger hat hier beim Finale schon die Piste mitbesichtigt. Die Reha verläuft bei den Jungs hervorragend, sie werden schon bald wieder da sein", sagt Giger, der am Freitag seinen 39. Geburtstag feiert. In den Planungen für die kommende Saison soll auch schon Hermann Maier eine Rolle spielen. "Man muss bei ihm aber jetzt Schritt für Schritt setzen und warten, wie sich alles entwickelt. Aber ich bin zuversichtlich."

Bleibt nun vor allem die Frage nach dem Umfeld. Denn Giger ist eines klar: "Wir sind in den vergangenen Jahren sehr erfolgsverwöhnt gewesen. Man darf aber nicht übersehen, dass man dafür neben Spitzenläufern auch Spitzen-Material und ein Spitzen-Betreuer-Team braucht. Und deshalb lautet meine Devise eigentlich auch: Never change a winning team."

Bedenkzeit für Trenkwalder

In zwei Fällen macht sich der Salzburger keine Sorgen: Herbert Mandl und Gerd Ehn sollten auf jeden Fall weitermachen. "Robert Trenkwalder hat sich bei mir noch Bedenkzeit erbeten", sagt Giger über seinen Abfahrts-Trainer, doch bei dem will er im Notfall eine ganz besondere "Karte" ausspielen. "Ich habe noch einen Trumpf in der Hinterhand - meinen Weinkeller. Spätestens dort kann er sicher nicht mehr absagen."

Er selbst will noch einige Zeit als Cheftrainer die Geschicke des Teams leiten. Den Gerüchten, dass er in die Politik gehen wolle, widerspricht er, merkt aber an: "Interessieren würde mich das aber sicher." Vielleicht wäre Olympia 2010 der entscheidende Lockruf. "Denn das ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich komme aus der Stadt Salzburg und Olympia wäre für uns sicher das Beste, was passieren kann." Doch zur Zeit ist der Skisport seine Nummer eins. Vor allem in einer Saison wie dieser mit vielen Höhepunkten und Tiefschlägen.

Abfahrts-Gold als Erlösung

"Abfahrts-Gold bei Olympia war für mich eine Riesenerlösung, die Goldene vom Steff im Riesentorlauf einfach beeindruckend. Und am schlimmsten war eigentlich jede einzelne Verletzung", erklärt er. Und freut sich wie so viele auf den wohlverdienten Urlaub: "Über Ostern hätte ich einmal ein paar Tage in Rom eingeplant - vielleicht kann ich ja mit dem Papst plaudern."(APA)

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