Zerflossener Gewinn bei AHT

11. März 2002, 19:43
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Klage und Werksverkauf drücken bei Kühlspezialisten auf Ergebnis

Wien - Der Kühlgerätehersteller Austria Haustechnik (AHT) musste im Vorjahr einen Rückgang beim Gewinn hinnehmen. Gründe dafür: Einerseits eine verlorene Klage in Großbritannien wegen einer Designähnlichkeit mit einem Konkurrenzprodukt, andererseits die Kosten für den beabsichtigten Verkauf des deutschen Werkes in Limburg, wo AHT den angepeilten Turnaround im Vorjahr nicht geschafft hat. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen ging 2001 im Jahresvergleich um mehr als fünf Prozent auf 4,63 Mio. EURO zurück, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um fast ein Drittel auf 2,41 Mio. EURO.

Umsatzsteigerung

Der Umsatz konnte jedoch um knapp 22 Prozent auf 119,9 Mio. EURO vergrößert werden, trotz eines Rückgangs des Gesamtmarktes, berichtete am Montag bei der Präsentation der vorläufigen Bilanzzahlen Franz-Walter Wiest, Vorstandssprecher und Finanzchef des Unternehmens mit Stammsitz im steirischen Rottenmann. Für 2002 nannte Wiest als ein Ziel: "Den Ertrag verbessern." Der Gruppenumsatz werde wegen des Verkaufs von AHT Limburg kleiner werden.

In Limburg werden so genannte Remote-Kühlregale hergestellt, zum Unterschied der "steckerfertigen" Kühlgeräte, Eiscremebehälter und Flaschenkühler, die AHT andernorts herstellt. Im Remote-Bereich gebe es aufgrund von Fusionen größerer Hersteller extreme Preiskämpfe. Es gebe bereits konkrete Verhandlungen mit Interessenten über einen Verkauf seit Ende 2001. Mit einem Abschluss sei in Bälde zu rechnen. In Zukunft werde man sich nur mehr auf "steckerfertige" Geräte konzentrieren, verstärkt auch im Geschäft mit den nicht deutschsprachigen Supermarktketten.

"Spannende Zeiten"

Zum seit Freitag bei der österreichischen Übernahmekommission liegenden Angebot von Quadriga Capital, AHT-Aktien zum Stückpreis von 21 Euro übernehmen zu wollen, wollte Wiest noch nicht genauer Stellung nehmen, da es "noch nicht schriftlich bei uns auf dem Tisch liegt". Man habe "im Vorfeld mit Quadriga und anderen interessierten Gruppen gesprochen", bestätigte Wiest. Von weiteren Angeboten sei vorerst nichts bekannt. Wiest: "Es sind spannende Zeiten." (szem, DER STANDARD, Printausgabe 12.3.2002)

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