Haupt-Sache Frauenleben

11. März 2002, 13:59
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Laut Frauenminister arbeiten derzeit um 50.000 Frauen mehr als vor zwei Jahren

Klagenfurt - 50.000 Frauen mehr haben nach Ansicht von Sozialminister Herbert Haupt (F) in den letzten zwei Jahren Beschäftigung gefunden. Damit sei ein lang anhaltender Negativtrend stark umgekehrt worden, sagte Haupt am Sonntag bei einer Veranstaltung unter dem Motto "Frauenleben" in Klagenfurt. Sehr gut für die Frauen sei auch die Regierungsbeschlüsse über die "Abfertigung neu" und die Familien-Hospiz-Karenz gewesen. Der für Frauenangelegenheiten zuständige Minister habe auch die Wichtigkeit des Kinderbetreuungsgeldes als Instrument der Armutsbekämpfung betont, heißt es in einer Aussendung des Landespressedienstes vom Sonntag.

Einkommensschere klafft immer weiter auseinander

Kritik an der präsentierten Zahl kam indes von der SPÖ: "Die Aussage von Minister Haupt, die Bundesregierung habe in den letzten zwei Jahren 50.000 Frauen mehr in die Beschäftigung geführt, hat auch eine Kehrseite", so die SPÖ-Abgeordnete Beate Schasching. "Bedenkt man nämlich, dass die meisten Frauen Teilzeit- oder Geringfügig beschäftigt sind, sind diese Zahlen relativ." Auch die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen klaffe immer weiter auseinander, so dass Frauen - auch in gleichwertigen Berufen - weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.

Schasching fragt sich, "auf welcher Seite Minister Haupt steht" und kritisierte, "wie kurzsichtig die gesamte Bundesregierung handelt." "Die Einführung des Kindergeldes als Armutsbekämpfung mag vielleicht Studentinnen und Bäuerinnen kurzfristig Erleichterung bringen. Für Frauen, die aber aus dem Arbeitsprozess heraus gerissen werden, stellt es eine Falle dar. Denn längerfristig gesehen gibt es ihnen den Anreiz, genau wieder in die traditionellen Rollenbilder zurück zu kehren, die für sie weniger Verdienst, weniger Anerkennung und weniger Chancen bedeuten."

LH Haider bilanziert

Dennoch: "Es gibt sozial- und familienpolitische Leistungen wie nie zuvor", bilanziere auch Landeshauptmann Jörg Haider bei der FP-Festveranstaltung zum Internationalen Frauentag in Klagenfurt äußerst positiv. Vor allem das Kindergeld, der erst so massiv bekämpft wurde, sei schließlich einstimmig beschlossen worden.
Dadurch sei es erstmals möglich, dass Frauen auch echte Pensionszeiten erwerben, hob Haider hervor. Er dankte dem Sozialminister Herbert Haupt, der ebenfalls an der Veranstaltung teilnahm, für sein enormes Engagement.

Der Landeshauptmann sagte weiters, dass er in seiner ersten Amtszeit dafür gesorgt habe, dass Frauen echte und faire Chancen erhielten, um beruflich an die Spitze zu kommen, danach sei die Entwicklung nicht im Sinne der Frauen weiter gegangen.
(APA/red)

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