Polizei geht in Gujarat gegen Hindu-Brandstifter vor

11. März 2002, 15:04
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Weitere Unruhen - Mindestens zwei Tote und sechs Verletzte

Ahmedabad - Im indischen Bundesstaat Gujarat sind in der Nacht zum Montag die Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Moslems wieder aufgeflammt. Zwei Hindus wurden offiziellen Angaben zufolge getötet, als die Polizei in einer Ortschaft gegen eine Menge vorging, die Häuser von Moslems in Brand steckten. Zudem seien sechs Menschen von Schüssen verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Der Menge sei es gelungen, zwischen 30 und 40 Häuser anzuzünden. Das Dorf liegt etwa 100 Kilometer von der Hauptstadt Ahmedabad entfernt.

In Gujarat kamen in jüngster Zeit bei den folgenschwersten Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Moslems seit einem Jahrzehnt mehr als 700 Menschen ums Leben. Auslöser war ein Überfall radikaler Moslems auf eine mit Hindu-Pilgern besetzte Eisenbahn, bei dem Ende Februar 58 Menschen getötet wurden.

Die mehr als eine Milliarde Inder sind zu 80 Prozent Hindus. Die moslemische Gemeinschaft bildet mit einem Bevölkerungsanteil von zwölf Prozent die stärkste religiöse Minderheit. Zu Spannungen zwischen den beiden Gruppen kommt es immer wieder, weil beide in Ayodhya im Bundesstaat Uttar Pradesh Anspruch auf dasselbe Gelände erheben. (APA/Reuters)

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