Frankreichs Lied des Jahres kommt aus Quebec

10. März 2002, 21:57
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Und die Rocker von Noir Desir polemisierten gegen Vivendi

Paris - Die franko-kanadischen Pop-Musiker Garou und Celine Dion haben Frankreichs Lied des Jahres 2001 gesungen: Ihr Chanson "Sous le vent" (Unter dem Wind) errang den Titel Samstag Nacht bei der 17. Verleihung der "Victoire"-Preise im Pariser Musiktempel Zenith.

Geschrieben hat das Chanson der Franzose Jacques Veneruso, ein enger Mitarbeiter des Alt-Popstars Jean-Jacques Goldman. Der 29-jährige Garou (Pierre Garand) verdiente seine Sporen als Quasimodo im Musical "Der Glöckner von Notre Dame". Ende 2000 brachte der aus Quebec stammende Mann mit der tiefen Rauchstimme und dem Auftreten eines großen Jungen eine erste Solo-Scheibe heraus.

Noir Desir gegen Vivendi

Gleich zwei "Victoires" für das beste Rock-Album und den besten Videoclip gingen an Noir Desir aus Bordeaux. Deren Sänger Bertrand Cantat nutzte das Podium und knöpfte sich in seiner Ansprache den Chef des Medienkonzerns Vivendi, Jean-Marie Messier, vor. "Wir lassen uns von Deinen Spielchen nicht täuschen, Genosse PDG", schnauzte Cantat den obersten Boss seines Labels Barclay an. Er schimpfte auf Künstler, die "von der Industrie und für die Industrie fabriziert würden" und prangerte Messier als "König des Personal-Abspeckens" an. Noir Desir engagiert sich für das Anti-Globalisierungsnetzwerk Attac, für Asylbewerber und gegen die rechtsradikale Partei Front National.

Unter den im Zenith ausgezeichneten Scheiben ist auch die CD "Proxima estacion...Esperanza" des französisch-spanischen Sängers und Globalisierungs-Kritikers Manu Chao. (APA)

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