"Hat Ihnen "Doom" gefallen? Kommen Sie zum Bundesheer...."

11. März 2002, 12:39
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Werbung in PC-Spielen wird zum Millionengeschäft

Werbung bestimmt schon längst nicht mehr nur die reale Welt – auch die virtuellen Levels der IT-Ära sind häufig die Plattform vieler Hersteller, um dem Spieler eine Marke zu vermitteln. Die Zeit des "normalen" Productplacement in Medien wie dem Fernsehen ist, wie die Fachseite Telepolis meldet, nun wohl endgültig vorbei.

"Dieses Tor wurde ihnen präsentiert von...."

Wenig Subtilität benötigen Unternehmen, die sich in ein PC-Game einbringen wollen, bei Sportspielen. Egal ob Fussball oder Eishockey – die Bannerwerbung der Stadien ist nicht nur aufgrund der lebensechten Atmosphäre im Spiel vertreten. Im "Bundesliga Manager Hattrick", einer erfolgreichen Sportmanager-Simulation, musste der User mit in der Realität existieren Firmen verhandeln, um sein Team finanzieren zu können.

Bisheriger Höhepunkt des Verkaufs von Werbungsrechten in Spielen war ein Deal zwischen Activision und dem Bekleidungshersteller Quiksilver. In Games, die sich aktuellen Trendsportarten wie Skate- oder Snowboarding widmen, ist Quicksilver durchaus prominent platziert. Im Gegenzug wird in den Filialen des Textilherstellers auch Software wie "Tony Hawk´s Pro Skater" verkauft.

EA: Einnahmen von bis zu einer Million US-Dollar

Durch derartiges Productplacement erwartet sich Quiksilver einen höheren Bekanntheitsgrad – schließlich werden die kinder- und famillienfreundlichen Spiele auch in den großen Handelsketten vertrieben. Mit bis zu einer Milliarde zielgruppenrelevanten Kundenkontakten rechnen die Hersteller.

Auch der PC- und Konsolenspielehersteller Electronic Arts hat schon mit dem Verkauf von Werbung begonnen und erwartet bereits in diesem Jahr Einnahmen von einer Million US-Dollar.

Trend Moorhuhn?

Doch damit nicht genug: einige Unternehmen lassen Spiele produzieren und verteilen sie kostenlos. Bekanntestes Beispiel war die Euphorie um die von der deutschen Phenomedia AG im Auftrag eines Spirituosenherstellers hergestellte "Moorhuhnjagd". Auch die deutsche Bundeswehr erkannte die Möglichkeiten der neuen Medien und warb mit einem durchaus pazifistischen Hubschrauberspiel um neue Rekruten.

Auch in Österreich ist dies keine Seltenheit. Im Nationalratswahlkampf 1999 verschickte eine Partei ein bemerkenswert langweiliges PC-Spiel an Studenten.

Grenzenlose Möglichkeiten

Die Möglichkeiten, die hinter dieser Art von Werbung steckt, ist geradezu grenzenlos. Spiele konfrontieren den User auf Dauer mit dem Markennamen, jedoch ohne Unterbrechungen zu erzeugen. Der Name ist immanent, wegschalten wie im Fernsehen ist nicht möglich.

Sogar Raubkopien sind den neuen Möglichkeiten förderlich. Wird ein Spiel kopiert, gelangt die gleiche Werbung an alle Abnehmer des Duplikats. (eru/Telepolis)

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