Banana Republic hat den Weg nach Österreich gefunden

10. März 2002, 21:36
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Topmodelabel des US-Textilriesen Gap kommt auf leisen Sohlen

Wien - Die US-Modemarke Banana Republic, die derzeit am wenigsten kränkelnde Marke des US-Textilhandelsriesen Gap, ist seit kurzem erstmals auch in Österreich erhältlich: Nicht in einem eigenen Markenshop, sondern in der Jeansabteilung des Wiener Einkaufszentrums Steffl auf der Kärntner Straße.

Banana Republic wurde vor 23 Jahren als "Safari-inspiriertes" Unternehmen gegründet, 1983 gekauft und ist heute mit 441 Geschäften international als die hochwertigste Marke im Gap-Imperium positioniert. Nikolaus Brennecke, Geschäftsführer des im Steffl auf insgesamt 270 Quadratmetern eingemieteten Modehandelsunternehmens BR Fashion, holt die Stücke nach Wien.

Banana Republic liefert jetzt eine Art Anfangskollektion auch nach Kontinentaleuropa - um den Markt zu testen. Und um den stockenden Verkauf anderswo auszugleichen.

Gap, mit ihren Khaki-Hosen in den USA die Marke der dortigen Baby-Boomer-Generation, war früher ein Kandidat auch für eine Österreich-Expansion mit eigenen Stores. Der Konzern steckt allerdings mittlerweile in den roten Zahlen.

Auftritt risikolos

Für das Jahr 2001 steht ein Nettoverlust von acht Mio. Dollar in der Bilanz. Deswegen jetzt auch der risikolose Auftritt.

Die Gap-Verkaufskurven zeigen seit fast eineinhalb Jahren südwärts. Mittlerweile musste auch Boss Millard "Mickey" Drexler zugeben, Gap habe sich in den vergangenen Jahren bei den Kundengeschmäckern verschätzt. "Wir waren etwas gelangweilt von unserer Beständigkeit und Einfachheit", sagt Drexler zu den Versuchen, neben Jeans, T-Shirts und Khaki-Hosen auch hippere Kleidung zu verkaufen. "Damit haben wir einen großen Fehler begangen", gesteht Drexler ein.

Anstelle von Megastores im Stil von Zara oder H&M wurde der Vertrieb ausgewählter Stücke am österreichischen Markt anfangs über die zum Palmers-Konzern gehörende Fashion-Kette Gil und den Wiener Modehändler Turek gestartet. Dazu kamen jetzt auch Kastner & Öhler und Amtmann in der steirischen Landeshauptstadt sowie das Modehaus Wild in Innsbruck und Stift in Tulln als Verkaufsstellen.

Seit Jänner gibt es, wie bereits berichtet, im Wiener Gemeindebezirk Döbling auch den ersten, fünfzig Quadratmeter großen, Gap-Monobrand-Shop. Für dieses Jahr ist außerdem die Eröffnung eines weiteren kleinen Stores geplant. (Leo Szemeliker, Der Standard, Printausgabe, 11.03.02)

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