Forschungsrat kontert Kritik aus dem FWF

10. März 2002, 20:52
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"Schmidt argumentiert nicht objektiv"

Wien - Mit "erheblicher Verärgerung" reagierte man im Forschungsrat auf die Kritik des Präsidenten des Förderungsfonds für die wissenschaftliche Forschung (FWF), Arnold Schmidt. Sie sei verzerrend, nicht objektiv und würde auch die Bemühungen des Forschungsrat falsch interpretieren, sagte Ratsvorsitzender Knut Consemüller zum Standard

Schmidt hatte in einer Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag darauf hingewiesen, dass das FWF-Budget aufgrund der bisherigen Dotierungen heuer erstmals seit 13 Jahren schrumpfen werde, und zwar um vier Prozent. Entgegen vollmundigen Finanzierungsversprechen werde eben nun doch gerade in der Grundlagenforschung gespart, so Schmidt. Der Forschungsrat hatte zuvor für den FWF eine Dotierungsempfehlung von 18,17 Mio. Euro ausgesprochen. Dies ist zwar gleich viel wie für das Jahr 2001, aber um 7,26 Mio. Euro weniger als für den FWF beantragt war.

Darstellung "nicht objektiv genug"

"Wir teilen Professor Schmidts politische Botschaft, dass in der gesamtösterreichischen Förderlandschaft an der Grundlagenforschung gespart werde, nicht", erklärte Consemüller. "Und wir halten seine Darstellung, den Forschungsrat betreffend, für nicht objektiv." Denn der FWF habe im Vorjahr nicht zuletzt durch die Förderzuteilungen des Forschungsrats über ein Rekordbudget von 94 Mio. Euro verfügt. Diese Dotation halte der Forschungsrat auch heuer aufrecht.

Zudem habe der Rat in seiner Förderempfehlung klar ausgedrückt, dass er intensiv an der Garantie einer mittelfristigen Planungssicherheit auch für den FWF weiterarbeite. Darüber werde es bis zum Sommer noch Gespräche mit dem Finanzministerium und der Nationalbank geben. Der FWF werde in Zukunft sicher nicht notleidend werden, so Consemüller. (Johannes Steiner, Der Standard, Printausgabe, 11.03.02)

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