17,5 Milliarden Euro für die Forschung

10. März 2002, 19:46
posten

EU-Programm forciert Informationstechnologien, Biotech und nachhaltige Entwicklung

Wien - Die Arbeit am sechsten EU-Rahmenprogramm für die Forschung, das ab Jahresbeginn 2003 starten soll, geht heute, Montag, mit der Ratssitzung der EU-Forschungsminister in die Endphase. Österreich wird dabei erstmals von Infrastrukturminister Mathias Reichhold vertreten.

Große Entscheidungen sind dabei nicht zu erwarten, der Ball liegt derzeit eher beim EU-Parlament. Denn seit vergangenen Dezember liegt ein Entwurf des EU-Rats für das Rahmenprogramm auf dem Tisch. Dieser wird vom Parlament derzeit gerade in zweiter Lesung bearbeitet.

Nach diesem Entwurf sollen von 2002 bis 2006 17,5 Mrd. Euro in Forschungsprojekte in der EU fließen. Das entspricht knapp vier Prozent des derzeitigen Gesamthaushalts der EU oder etwa sechs Prozent der gesamten öffentlichen Forschungsbudgets für zivile Zwecke in der EU. Im heuer auslaufenden fünften Rahmenprogramm beträgt das Budget 14,96 Mrd. Euro.

Prioritäten

Definiert wird im Rahmenprogramm auch die Zuteilung der Mittel an sieben thematische Prioritäten. Dabei werden den "Informationstechnologien", der "Genomik und Biotechnologie" sowie der "Nachhaltige Entwicklung" die größten Anteile gewidmet.

Konkretisiert wird das Rahmenprogramm gleichsam in Durchführungsverordnungen für fünf "Spezifische Programme", wofür nach der heutigen Ratssitzung die Arbeit auf Beamtenebene beginnt.

Reichhold wird dazu für das Kapitel Genomik heute noch einmal Österreichs Einwände gegen die Forschung an embryonalen Stammzellen untermauern. Wissenschaftsministerin Elisabeth Gehrer hatte im Dezember als österreichische Position die Forderung in den Ratsentwurf reklamiert, dass im Programm "überhaupt keine Forschung an existierenden Stammzellen gefördert werden dürfe". Das ist neben Irland die restriktivste Haltung in der EU. (jost, Der Standard, Printausgabe, 11.03.02)

Share if you care.