Millionen des Duisburger Handelshaus Klöckner & Co aufgespürt

10. März 2002, 15:38
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Haftbfehle werden nicht mehr ausgeschlossen

Düsseldorf - Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat die beim Duisburger Handelshaus Klöckner & Co (KlöCo) verschwundenen Millionen aufgespürt. Staatsanwalt Johannes Euro: "Wir wissen inzwischen, dass die 120 Mill. Euro auf einem Konto geparkt wurden". Das Konto ordne die Behörde dem Konzernverbund Balli-Klöckner zu. Nähere Einzelheiten wollte Mocken vor dem Wochenende nicht nennen.

Millionenverlust

Der britische Werkstoff- und Chemiehändler Balli hatte im Herbst vorigen Jahres 94,5 Prozent der Anteile an KlöCo von der E.ON AG übernommen. Die restlichen 5,5 Prozent hält die Westdeutsche Landesbank Girozentrale (WestLB). Mitte Februar hatte ein KlöCo- Mitarbeiter Unternehmenskreisen zufolge den Verlust der Millionen bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Zur Unterstützung der Ermittlungen habe die Staatsanwaltschaft einen Wirtschaftsfachmann eingeschaltet. Der Experte werde dabei helfen, das umfangreiche Datenmaterial zu prüfen, das der Behörde von KlöCo selbst und von dessen Minderheitsaktionär WestLB zur Verfügung gestellt worden sei.

Haftbfehle werden nicht mehr ausgeschlossen

In Kürze sollten Zeugen von KlöCo und WestLB sowie weitere Beschuldigte gehört werden. Später sei es auch denkbar, dass man Verantwortliche von Balli vorlade. Der am Donnerstag als Beschuldigter vernommene KlöCo-Vorstandschef Raimund Müsers habe umfangreiche Angaben gemacht, sagte Mocken, ohne Einzelheiten zu nennen. Es sei auch nicht auszuschließen, dass man in dem einen oder anderen Fall einen Haftbefehl beantragen werde.

Aus Unternehmenskreisen hatte es geheißen, bei den 120 Mill. Euro handele es sich vermutlich um KlöCo-Eigenkapital, das Balli der WestLB als Sicherheit für deren Finanzierung der Übernahme von KlöCo geboten habe.

Die WestLB wollte sich zu den Ermittlungen nicht äußern. Ein Sprecher verwies darauf, dass die ebenfalls mit der Prüfung der Vorgänge beauftrage Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in der nächsten Woche erste Untersuchungsergebnisse bekannt geben wolle.(APA/ag.)

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