1.000 Euro Mindestlohn: SPÖ-Dunst hofft auf rasche Umsetzung

10. März 2002, 15:18
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Frauen landen nach wie vor zu einem großen Teil in Niedriglohnberufen

Eisenstadt - Die burgenländische Frauenlandesrätin Verena Dunst (S) begrüßt die Forderung von Sozialminister Herbert Haupt (F) nach einem Brutto-Mindestlohn von 1.000 Euro. Vor allem Menschen, die nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen, verdienten derzeit weniger, und das seien im Burgenland immerhin noch immer 60 Prozent der Frauen, erklärte die SPÖ-Politikerin am Wochenende bei einer Frauentags-Veranstaltung in Güssing. Dunst forderte den Minister auf, für eine rasche Umsetzung des Mindestlohns von 1.000 Euro zu sorgen.

"Frauen und Arbeit" war das Motto der Veranstaltung, bei der Chancen und Perspektiven der Burgenländerinnen am Arbeitsmarkt diskutiert wurden. Einig waren sich die Expertinnen darüber, dass Frauen im Südburgenland es am Arbeitsmarkt deutlich schwerer haben als in anderen Bezirken des Landes. Weniger Jobs, mangelnde Mobilität durch schlechte öffentliche Verkehrsanbindungen, aber auch fehlende Kinderbetreuungseinrichtungen sind die größten Hürden, die den Frauen entgegenstehen.

So sind derzeit etwa im Bezirk Jennersdorf doppelt so viele Frauen (212) arbeitslos gemeldet wie Männer (107). Die Erwerbsquote liegt im Landessüden mit nur 43 Prozent deutlich unter dem burgenländischen Schnitt von rund 60 Prozent.

Probleme ergeben sich auch daraus, dass sich nach wie vor über die Hälfte der Mädchen für einen der drei klassischen Lehrberufe (Einzelhandelskauffrau, Bürokauffrau und Friseurin) entscheiden. Die Konsequenz dieser Berufswahl: Frauen landen vor allem in Niedriglohnberufen, viele Berufsfelder bleiben ihnen verschlossen.

Rahmenbedingungen

"Diese Tradition muss durchbrochen werden", meinte LR Dunst. "Die zehn zukunftsträchtigsten Berufe liegen allesamt in technischen und IT-Bereichen. Daher müssen wir die Rahmenbedingungen schaffen, um auch Mädchen dorthin zu bringen."

Alice Brabnitz von der Europäischen Kommission wies darauf hin, dass nach wie vor zahlreiche Fördertöpfe in Brüssel von Seiten des Burgenlandes nicht ausgeschöpft bzw. überhaupt nicht "angezapft" würden. Gleichzeitig begrüßte sie die Initiative von Dunst, die neue EU-Gemeinschaftsinitiative EQUAL für Frauenprojekte im Burgenland nutzen zu wollen. Das Frauenbüro des Landes bereitet derzeit zwei Projekte vor, deren Finanzierung von knapp 2,5 Mill. Euro durch das EQUAL-Programm erfolgen soll.(APA)

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