Ex-König soll in wenigen Tagen nach Afghanistan zurückkehren

10. März 2002, 13:39
1 Posting

Mohammed Zahir Schah will neben der Übergangsregierung beim Aufbau helfen

Kabul - Nach fast 30 Jahren im Exil wird der frühere afghanische König Mohammed Zahir Schah in den nächsten Tagen in seine Heimat zurückkehren. Der Chef der Übergangsregierung, Hamid Karsai, sagte am Sonntag in Kabul, der 87-jährige Ex-Monarch sei willkommen. Karsai erklärte, Zahir Schah werde eine "wichtige Rolle" im Normalisierungsprozess in Afghanistan spielen.

Neue Übergangsregierung wählen

Seine Aufgabe ist es nach dem Abkommen, das im Dezember auf dem Petersberg bei Bonn geschlossen worden war, Mitte des Jahres die Loya Jirga, die Große Versammlung der Stammesfürsten, zu eröffnen. Diese Versammlung soll eine neue Übergangsregierung wählen, die nach mehr als zwei Jahrzehnten des Kriegs dann für Mitte 2004 Wahlen organisieren soll. Auf dem Petersberg war die Rückkehr des Ex-Königs aus dem römischen Exil für das Neujahrsfest Nowrus geplant worden, das in Afghanistan am 21. März begangen wird.

Zahir Schahs Sohn Mir Wais Zahir hat die Rückkehr seines Vaters von der Sicherheitslage abhängig gemacht. Für Ruhe und Ordnung sorgt in Kabul nach der Vertreibung der fundamentalistischen Taliban die internationale Friedenstruppe ISAF, an der auch die Bundeswehr beteiligt ist.

König Zahir Schah 1973 bei Militärputsch gestürzt

König Zahir Schah war 1973 nach 40-jähriger Herrschaft bei einem Militärputsch gestürzt worden und ins Exil gegangen. Danach erlebte Afghanistan unruhige Jahre. Nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen im Jahre 1979 gab es einen Krieg gegen die Besatzungsmacht, der nach dem Abzug der Sowjet-Armee in einen Bürgerkrieg überging. Dabei übernahm eine Bewegung fundamentalistischer Koranschüler, die Taliban, die Macht.

Erst durch das Eingreifen der USA im Kampf gegen den Terrorismus wurden Ende vergangenen Jahres die Taliban vertrieben. Reste der Taliban und der von ihnen unterstützen El-Kaida-Kämpfer des Moslemextremisten Osama bin Laden werden gegenwärtig in den Bergen im Osten Afghanistans bekämpft.(APA/Reuters)

Share if you care.