Benes-Dekrete: Botschafter Grusa will Auftrag für Historikerkommission

10. März 2002, 16:34
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Aufarbeitung der Geschichte der ehemaligen Donaumonarchie

Wien - Der tschechische Botschafter in Österreich, Jiri Grusa, spricht sich nun im Gespräch mit der APA dafür aus, der bereits bestehenden österreichisch-tschechischen Historikerkommission einen konkreten Auftrag zu erteilen.

Fakten im Zusammenhang mit den Benes-Dekreten

Sie soll in einer Studie alle Fakten im Zusammenhang mit den Benes-Dekreten zusammentragen. Eingebunden werden sollen in die Arbeit dieser Kommission aber auch Vertreter aller Staaten der früheren Donau-Monarchie. Aufbauend auf diesen wissenschaftlichen Ergebnissen sollte dann ein Schulbuch zur gemeinsamen europäischen Geschichte dieses Raumes entstehen.

Wissenslücken der Bevölkerung

Die Ergebnisse der von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft (SWS) für die Österreichische Gesellschaft für Europapolitik durchgeführten Umfrage würden zeigen, wie groß die Wissenslücken der Bevölkerung beim Thema Benes-Dekrete seien. Das gelte nicht nur für die Österreicher, sondern umso mehr für die Tschechen. Bis vor rund zehn Jahren seien die Dekrete kein Thema gewesen - "Benes galt schließlich als bourgeoiser Präsident", so Grusa. Und: Von 1938 bis 1989 hätten die Tschechen "in totalitären Regimen gelebt". Ein entsprechendes Schulbuch könnte da gute Dienste leisten.(APA)

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