Schwere Vorwürfe gegen DDSG-Cargo

10. März 2002, 17:46
posten

Mehrere hundert Verstöße gegen sozial- und abgabenrechtliche Verpflichtungen

Wien - Das auf der Donau tätige Frachtschifffahrtsunternehmen DDSG-Cargo soll in mehreren hundert Fällen Verstöße gegen beschäftigungs-, sozial- und abgabenrechtliche Verpflichtungen begangen haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Format" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Laut "Format" erheben Ermittler in Deutschland und Österreich den Vorwurf, das Unternehmen wende ebenso fragwürdige Praktiken auf der Donau an, wie sie beim Frächter-Skandal auf der Straße aufgedeckt wurden. So heuert angeblich eine zypriotische "Donau Ship & Crew Management Ltd." für die DDSG Besatzungen in Osteuropa an, die pro Tag zwischen 32,5 und 40 Euro verdienen.

Tätig sind die Seeleute laut "Format" dann für die ungarische Pannon Cargo: deren Frachtschiffe sind auf die DDSG-Cargo zugelassen. Registriert schließlich seien die Schiffe im bayerischen Regensburg. Das Nachrichtenmagazin zitiert Robert Hengster, Sekretär der Gewerkschaft Handel, Transport und Verkehr, mit den Worten: "Das sind sittenwidrige Sklavenverträge."

Wie "Format" weiter berichtet, soll die DDSG-Cargo mit dieser Konstruktion das österreichische Ausländerbeschäftigungsrecht umgehen. Ingrid Nemec, Sprecherin von Arbeitsminister Martin Bartenstein, habe gegenüber dem Magazin bestätigt, dass der Fall vom Arbeitsinspektorat geprüft werde.

Die DDSG-Cargo weist laut dem "Format"-Bericht alle Vorwürfe zurück. Unternehmensanwalt Peter Vögel qualifiziert die Vorwürfe demnach als "gezielte Anwürfe gegen unsere Mandantschaft, die sie kriminalisieren sollen." Er habe allerdings Anzeigen beim Arbeitsinspektorat bestätigt: "Davon sind 49 Dienstnehmer der Pannon Cargo betroffen." (APA)

Share if you care.