Maric, verhinderter Goalgetter in Wien

10. März 2002, 19:10
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Immerhin vier Tore des Kroaten wurden in dieser Saison in der Bundeshauptstadt aberkannt

Wien - Marijo Maric und Wien, das passt wohl nicht zusammen. Zwei Spiele, vier Tore, aber keines zählte - der Kroate wird bei Dienstreisen des FC Kärnten in die Bundeshauptstadt zur tragischen Figur. "Ich habe in Wien vier Tore erzielt und alle wurden aberkannt. Ich brauche in Wien gar nicht mehr antanzen. Das ist einfach nur lächerlich, was da abgeht", meinte der bitterböse Stürmer nach der 0:2-Niederlage im Hanappi-Stadion gegen Rapid in der Fußball-max.Bundesliga.

Fehlentscheidungen

Maric hatte in der 61. Minute den vermeintlichen Führungstreffer erzielt, Schiedsrichter Bernhard Brugger allerdings annullierte den Treffer wegen vermeintlichem Abseits von Maric nach dem Lattenköpfler von Ambrosius. Brugger lag damit ebenso falsch wie sein Kollege Konrad Plautz vor vier Monaten.

Eklat im Herbst

Damals, am 3. November, hatte der 2:0-Heimsieg der Wiener Austria gegen den FC Kärnten für viel Wirbel gesorgt. Plautz hatte gleich drei Treffer des 25-jährigen Maric aberkannt, die TV-Studie bewies, dass zumindest zwei regulär waren. Kärnten-Präsident Haider sprach danach von "hausgemachter Schweinerei" und sorgte mit Attacken auf die Referees ("Ganoven von Schiedsrichtern, die offenbar käuflich sind") für einen Eklat.

Elferalarm: Pfeiferl blieb stumm

Brugger gestand am Samstag seinen falschen Pfiff ein. "Den Fehler hat mein Assistent gemacht, aber in so einer Situation muss ich mich auf meinen Assistenten verlassen", erklärte der Schiedsrichter, der bei einer umstrittenen Strafraumszene nach Zweikampf von Knez mit Maric (22.) weiter spielen ließ. Während sowohl Kärnten-Trainer Walter Schachner als auch Rapid-Teamchef Lothar Matthäus einen Elfer gesehen hatten, blieb das Pfeiferl von Brugger stumm. "Das war eine Schwalbe, da hätte man sogar Gelb geben können", so seine Einschätzung.

Schachner verbittert

Schachner trauerte der Chance auf den dritten Sieg gegen Rapid im dritten Spiel nach. "Schiri-Entscheidungen sind Tatsachen, da kann man nichts ändern", meinte er mit verbitterter Miene. "Es tut mit leid für die Mannschaft, sie hätte sich heute mehr verdient. Sie hat aber gezeigt, dass sie mit den Großen mithalten kann", sagte der Kärnten-Coach, dessen Team aus dem Gegenstoß nach dem falschen Abseitspfiff das 0:1 durch Roman Wallner hinnehmen musste (62.). Knez sorgte per Kopf (85.) für den Endstand.

Rapid beste Frühjahrsmannschaft

Nach drei Siegen und einem Remis ist Rekordmeister Rapid, der als Vorletzer überwintert hatte, derzeit die beste Frühjahrsmannschaft und hat eventuell einen Europacup-Platz wieder in Blickweite. "Es zählen nur die drei Punkte", meinte Matthäus, der zumindest die beste Leistung von Andreas Herzog seit seiner Rückkehr nach Wien sah. "Ich habe gewusst, dass es wegen fehlender Spielpraxis und der Umstellung auf den österreichischen Fußball eine Zeit dauern wird. Ich erwarte mir von Herzog aber noch mehr", sagte Matthäus.

Der Kapitän blieb auch kritisch. "Wie spielen derzeit nur phasenweise gut, aber dann teilweise wieder schlecht. Wir müssen konstanter werden und auch ich muss besser ins Spiel kommen", betonte Herzog. (APA)

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