Kirch droht ein Insolvenzantrag

10. März 2002, 19:52
posten

Springer-Verlag bereitet Verfahren vor

Der Verlagsriese Springer bastelt an einem Insolvenzantrag gegen seinen 40-Prozent-Gesellschafter Kirch. Entsprechende Informationen des Spiegel wollte eine Springer-Sprecherin unter Hinweis auf "laufende Gespräche" aber noch nicht bestätigen.

Offen erklärte die Sprecherin aber, dass Springer (Bild, Welt) die Kirch-Gruppe vor Gericht bringt, sollte der marode Münchner Medienriese seine Schulden bei dem Verlagshaus nicht bis Ende April begleichen: "Wir sehen uns gezwungen, ein Verfahren vorzubereiten.". Wie berichtet übt Springer eine Verkaufsoption für ihre Beteiligung an Kirchs Fernsehholding ProSiebenSat.1 aus - vereinbart sind 767 Millionen Euro. Ein Kirch-Sprecher wiederholte, dass sein Konzern die Verbindlichkeit der Option bezweifelt.

An offenen Forderungen sind bei Kirch mehr als sechs Milliarden Euro aufgelaufen. Um der Zahlungsunfähigkeit zu entgehen, muss er nun Unternehmensteile und TV-Rechte verkaufen - von Premiere World bis zur Formel 1 gehen die Überlegungen.

Branchenkenner spekulieren derweil über Kirchs Nachrichtenkanal N 24. Nach dem Scheitern der Einstiegspläne bei n-tv könnte RTL beziehungsweise Bertelsmann den Newssender übernehmen. (red, Reuters/DER STANDARD; Print-Ausgabe, 11. März 2002)

Share if you care.