Bereitschaftspolizisten hindern Wähler am Urnengang

9. März 2002, 20:00
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Unregelmäßigkeiten und Einschüchterungsversuche - Regierung stellt Verlängerung der Wahl in Aussicht

Harare - Bereitschaftspolizisten der simbabwesischen Polizei haben vor einem Wahllokal in der Hauptstadt Harare zwölf Menschen verletzt und Tausende am Urnengang gehindert. Vor dem Wahllokal im Stadtteil Kuwadzana hätten rund 3000 auf die Stimmabgabe gewartet, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Als einige der Wartenden zu drängeln begonnen hätten, seien rund 20 Sicherheitskräfte mit Schlagstöcken gegen die Menschen vorgegangen. Augenzeugen berichteten zudem, die Polizisten hätten Tränengas eingesetzt und in die Luft geschossen, um die Menschen zu vertreiben. Nur wenigen Währlern sei es gelungen, ihre Stimme abzugeben.

Kurz nach dem Vorfall trafen unabhängige Wahlbeobachter ein. Ein Mitglied der Beobachterkommission des Commonwealth sagte AFP, dass sich ein ähnlicher Vorfall auch in einem anderen Stadtteil von Harare ereignet habe. Der erste Wahltag der Präsidentenwahl in Simbabwe war nach Angaben von Beobachtern begleitet von massiven Einschüchterungsversuchen und Unregelmäßigkeiten.

Die Regierung stellte unterdessen eine mögliche Verlängerung des zweitägigen Urnengangs in Aussicht. "Wenn es erforderlich wird, werden wir verlängern", sagte Justiz- und Parlamentsminister Patrick Chinamasa der Nachrichtenagentur AFP. Die Wahlbehörden würden am Sonntag nach Abschluss des zweiten Wahltags über die Situation befinden. (APA)

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