UNHCR fordert nach Bootsunglück gemeinsame EU-Einwanderungspolitik

9. März 2002, 16:51
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Derzeitige Regelungen trieben Flüchtlinge in Hände der Schlepper - "Geschockt" über Tod von 50 Menschen

Genf - Nach dem Schiffsunglück vor der italienischen Küste hat das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) am Samstag eine schnelle Angleichung der Einwanderungspolitik innerhalb der EU gefordert. Nur so könnten Flüchtlinge in Sicherheit nach Europa gelangen, hieß es in einer in Genf veröffentlichten Mitteilung. Die Organisation kritisierte, dass Flüchtlinge durch die derzeitigen Einwanderungsregelungen in die Hände von skrupellosen Schleppern getrieben würden.

Vor der sizilianischen Küste waren in der Nacht zum Freitag mehr als 50 Flüchtlinge ertrunken, die nach Italien unterwegs waren. Das Boot mit etwa 65 Menschen an Bord kenterte, als ein Fischkutter es bei stürmischem Wellengang aus Seenot retten wollte. Elf Menschen wurden gerettet. Zwölf Leichen wurden bisher geborgen.

Die Flüchtlinge, darunter auch Frauen und Kinder, stammten vermutlich aus mehreren nordafrikanischen Ländern. Ihr Boot war nach Aussagen der Überlebenden vor rund einer Woche in der Türkei gestartet. Das UNHCR äußerte sich "geschockt" über die Tragödie. (APA/sda)

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