Endlich Chef für ZDF

10. März 2002, 19:58
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Bisheriger Programmdirektor Markus Schächter wird neuer Intendant und kündigt drastischen Sparkurs an

Drastischen Sparkurs kündigte Markus Schächter gleich nach seiner Wahl zum ZDF-Chef an. Nach mehr als drei Monaten Querelen schaffte der bisherige Programmdirektor der öffentlich-rechtlichen Anstalt 51 von 67 Stimmen im überwiegend politisch besetzten Fernsehrat.

Vor allem die Ausgaben für die Sportberichterstattung will Schächter einfrieren. Konkretere Angaben konnte der neue Chef der größten Sendeanstalt Europas nicht machen, weil er selbst von seiner Kür überrascht wurde. Er arbeitete im Garten, als er zum Fernsehrat gerufen wurde.

Gegenseitiges Blockieren der Kandidaten

Davor verfehlte ARD-Programmdirektor Günter Struve - im vierten Wahlgang seit Anfang Dezember - die notwendige Drei-Fünftel-Mehrheit im Fernsehrat. Die so genannten Freundeskreise von SPD und Union blockierten einander wechselseitig die Kandidaten. Schließlich setzte die Union Schächter durch. Nicht zuletzt, weil der Freitag von der SPD vorgeschickte Ex-Bertelsmannmanager Manfred Harnischfeger vor den Räten keine gute Figur machte, hieß es. Ihn überraschte etwa die Verbindung des ZDF mit 3sat.

Die SPD hat der Union nun auch das Vorschlagsrecht für die Nachfolge Schächters als Programmchef zugebilligt, womit dessen fähiger, aber SPD-naher Stellvertreter Hans Janke chanchenlos bleiben dürfte. Schächter ist seit zwanzig Jahren beim ZDF, zuvor war er Sprecher des CDU-geführten Kultusministeriums in Rheinland-Pfalz. Er löst Dieter Stolte ab, künftig Herausgeber von Springers Welt. (afs/DER STANDARD; Print-Ausgabe, 11. März 2002)

Hintergrund
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