Trimble schlägt Referendum zur Vereinigung Irlands vor

9. März 2002, 17:30
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Abstimmung soll 2003 stattfinden - Nordirischer Premier als Parteichef wiedergewählt

Belfast - Der nordirische Regierungschef David Trimble hat am Samstag ein Referendum über die Vereinigung der Republik Irland mit Nordirland vorgeschlagen, das zu Großbritannien gehört. Die Abstimmung solle 2003 stattfinden, sagte Trimble auf einem Parteitag seiner Ulster Unionist Party (UUP). Zuvor hatten die UUP-Delegierten Trimble wieder zum Parteivorsitzenden gewählt.

"Union zementieren"

Der nordirische Regierungschef David Trimble sagte auf dem Parteitag seiner UUP, er sei überzeugt, dass die große Mehrheit der Bevölkerung - die von pro-britischen Protestanten gestellt wird - ein vereintes Irland ablehne. Trimble, der in seinem Amt als Parteivorsitzender der UUP ohne Gegenkandidat bestätigt wurde, schlug das Referendum für den Mai 2003 vor, zeitgleich mit den nächsten Wahlen für das Regionalparlament. "Lasst uns zu diesem Zeitpunkt die Union (mit Großbritannien) zementieren und die Neinsager und Propheten des Untergangs vertreiben", rief er seinen Anhängern zu.

"Lasst uns die Irreführung der Republikaner beenden", richtete Trimble seinen Aufruf an die Adresse der 860 überraschten Delegierten. Die Union mit Großbritannien sei stark, fügte er hinzu. "Ich vertraue auf unsere Position."

Katholische Bevölkerung wächst

Das vorgeschlagene Datum wurde von politischen Beobachtern als Versuch gewertet, die allen Umfragen drohende schwache Wahlbeteiligung bei der ersten Wiederwahl des Regionalparlaments abzuwenden und die pro-britischen Protestanten an die Wahlurnen zu locken. Es gilt als sicher, dass die katholisch-nationalistische Sinn-Fein-Partei, die für einen Zusammenschluss mit der Republik Irland kämpft, ein Referendum ablehnt, bei dem lediglich die Nordiren über das vereinte Irland abstimmen.

Mindestens 60 Prozent der nordirischen Bevölkerung gelten als protestantisch. Die Ergebnisse einer neueren Volkszählung sind noch nicht veröffentlicht, doch sollen sie auf ein wesentlich stärkeres Wachstum der katholischen Bevölkerung in den vergangenen Jahren hinweisen. Eine Volksabstimmung über den Verbleib bei Großbritannien oder den Zusammenschluss mit der Republik Irland könnte nur von der britischen Regierung in London angeordnet werden. (APA)

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