Westbahnausbau vor Verordnung

9. März 2002, 12:07
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Reichhold: Strecke ist unzeitgemäß - Stretegische Fehler zwischen Wien und St. Pölten ausmerzen

Tulln - Den Ausbau der Westbahnstrecke zwischen Wien und St. Pölten bezeichnete Infrastrukturminister Mathias Reichhold (F) am Samstag bei einem Pressegespräch in Tulln als eines der vorrangigen Verkehrsprojekte in Niederösterreich. Die Kosten bezifferte Reichhold mit rund einer Milliarde Euro. Die drei Abschnitte seien eisenbahnrechtlich verhandelt, die entsprechende Verordnung werde noch im Mai erlassen. Im Straßenbau komme der Spange Kittsee höchste Priorität zu.

Die Westbahn sei längst nicht mehr zeitgemäß. In der Vergangenheit seien hier in der Planung strategische Fehler gemacht worden, verwies Reichhold auf die Güterzugumfahrung St. Pölten, die eine "sinnlose Investition" wäre.

Abteilung für EU-Fragen

Wie Reichhold weiter ausführte, soll in seinem Ministerium eine eigene Abteilung eingerichtet werden, die sich ausschließlich mit EU-Fragen - u.a. der Finanzierung von Ostanbindungen - beschäftigt. So gelte es etwa im Hinblick auf das Auslaufen des Transitvertrages Ende 2003, europäische Verbündete zur Durchsetzung einer Wegekostenrichtlinie zu suchen. Reichhold bekannte sich zu Lenkungsabgaben, die ermöglichen sollten, mehr Verkehr auf die Schiene zu lenken.

Im Anschluss an das Pressegespräch war auf Einladung von FP-NÖ-Landesgeschäftsführer LAbg. Ludwig Buchinger eine überparteiliche Bezirkskonferenz zu Verkehrsfragen angesetzt. Wichtigstes regionales Thema, das für die Pendler Bedeutung hat, ist der Bau eines 600 Plätze fassenden Parkdecks in Tulln. Laut Reichhold soll dafür demnächst der Bescheid erlassen werden, die Fertigstellung ist Ende nächsten Jahres geplant. Weitere Schwerpunkte im Bezirk sind der Ausbau der B 3 und die Donaubrücke Grafenwörth. (APA)

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