Indiens Innenminister lehnt Gesprächsangebot Pakistans ab

9. März 2002, 12:21
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Zahl der Toten bei Unruhen auf über 700 gestiegen

Neu-Delhi - Der indische Innenminister Lal Krishna Advani hat am Samstag ein pakistanisches Angebot für Friedensgespräche abgelehnt. Jeder Dialog sei bedeutungslos, wenn Pakistan nicht seine Unterstützung für den Terrorismus in Kaschmir einstelle, erklärte Advani. Der pakistanische Innenminister Moinuddin Haider hatte ihn am Freitag nach Islamabad eingeladen, um die Spannungen zwischen den beiden Atommächten abzubauen, wie es hieß.

Advani gilt als der zweitmächtigste Mann in der indischen Regierung hinter Ministerpräsident Atal Bihari Vajpayee. Er ist für die innere Sicherheit und für Kaschmir zuständig, die Region, wegen der Indien und Pakistan schon zwei Kriege führten. Indien wirft Pakistan vor, muslimische Extremisten zu unterstützen, die in Indien für die Unabhängigkeit Kaschmirs kämpfen.

Viele Opfer

Den blutigen Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Moslems in Indien sind in der vergangenen Woche mindestens 706 Menschen zum Opfer gefallen, wie aus den am Samstag veröffentlichten jüngsten Zahlen der Regierung hervorgeht. Und die Behörden rechneten noch mit weiteren Opfern, bei denen es sich zumeist um Moslems handelt. Immer noch würden in Dörfern in dem Unruhegebiet im Staat Gujarat Tote entdeckt, hieß es.

Auslöser der Auseinandersetzungen war ein Brandanschlag auf einen Zug mit Hindupilgern, bei dem Ende Februar 62 Menschen getötet wurden. Nach Angaben der Polizei wurden in den anschließenden Unruhen mehr als 2.000 Häuser und 1.900 Geschäfte sowie mehr als 900 Fahrzeuge zerstört. Die Polizei nahm 4.000 Personen fest. (APA)

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