Heine-Preis 2002 für Elfriede Jelinek

8. März 2002, 20:51
posten

"Missbrauch der Sprache kenntlich machen"

Düsseldorf - Die österreichische Schriftstellerin Elfriede Jelinek erhält den diesjährigen Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf. Dies beschloss am Freitag die Jury in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Die 1946 in der Steiermark geborene Autorin sagte in einer ersten Stellungnahme, sie werde die Auszeichnung "mit Freuden" annehmen. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird am 13. Dezember, dem Geburtstag Heines, in Düsseldorf überreicht.

Elfriede Jelinek gehört zu den am meisten beachteten deutschsprachigen Autorinnen der Gegenwart. Ihr Werk umfasst Lyrik, Prosa, Theaterstücke, Hörspiele und Drehbücher mit messerscharfen Analysen zu den Themen Sexualität, Gewalt und Macht. Die Jury begründete ihr Votum unter anderem damit, dass Jelinek mit Heine "das problematische Verhältnis zu ihrem Geburtsland" gemeinsam habe. Die Autorin wolle zudem mit ihrem Werk den "Missbrauch der Sprache kenntlich machen und ein verlottertes Denken durch unablässige Attacken bloßstellen". Das Werk Jelineks sei "ein essenzieller Beitrag zur Emanzipation", hieß es in der Begründung weiter.

Frühere Preisträger der renommierten Auszeichnung waren unter anderem Carl Zuckmayer, Sebastian Haffner, Max Frisch, Richard von Weizsäcker, Wolf Biermann und Hans Magnus Enzensberger. (APA)

Share if you care.