Prodi: "Europa der Zukunft ist eine Union der Vielfältigkeit"

9. März 2002, 18:53
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"Wir wollen aus EU keinen zentralisiertem Superstaat machen"

Venedig - Das Europa der Zukunft wird eine Union der lokalen, regionalen und nationalen Vielfältigkeit und keineswegs ein zentralisierter Superstaat sein. Dies betonte der EU-Kommissionspräsident Romano Prodi bei einer Konferenz über die EU-Osterweiterung in Venedig, die von der Gemeinschaft Alpe Adria organisiert wurde. Am Treffen beteiligten sich unter anderem die steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic sowie der slowenische Außenminister Dimitrij Rupel und der kroatische Europaminister Neven Mimica.

"In der EU der Staaten und der Völker ist die Vielfältigkeit eine Stärke, die wir schützen wollen", sagte Prodi. Er kritisierte jene Politiker, die vor einem Europa der Banken warnen. "Wir sind dabei, ein Europa der Völker aufzubauen. Der Euro ist beispielsweise zu einem außerordentlichen Mittel politischer Integration geworden, wie wir es in der Geschichte bisher noch nie erlebt haben. Wer nicht versteht, dass der Euro nicht nur eine rein wirtschaftliche, sondern auch eine politische Angelegenheit ist, hat von Europa nichts begriffen", so Prodi.

Der EU-Kommissionspräsident beteuerte, dass die Osterweiterung notwendig sei, um den Balkanraum zu stabilisieren. "Der Erfolg der Erweiterung liegt in unserer Fähigkeit, demokratische Zustimmung um den Beitritt neuer Kandidaten zu schaffen. Der Integrationsprozess hat in den letzten Jahren großartige Resultate erzielt. Die EU-Erweiterung ist der nächste fundamentale Schritt eines unaufhaltbaren Prozesses", so Prodi. (APA)

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