Noch 21 Gefangene in Guantanamo im Hungerstreik

8. März 2002, 20:35
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Lagerleiter: Unschuldige dürfen nach Afghanistan zurück

Guantanamo - Auf dem US-Marinestützpunkt Guantánamo in Kuba befinden sich derzeit noch 21 Gefangene im Hungerstreik. Die mutmaßlichen Taliban- und El-Kaida-Kämpfer hätten am Freitagmorgen ihr Frühstück verweigert, teilte ein Armeesprecher mit. Seinen Angaben zufolge wechseln sich die Gefangenen im Hungerstreik ab. Lediglich drei von ihnen hätten seit Anfang des Monats nichts mehr gegessen. Keiner befinde sich jedoch in Lebensgefahr. Seit Beginn des Hungerstreiks am 27. Februar wurden nach Angaben des Sprechers 22 Gefangene intravenös ernährt.

Die Zahl der Hungerstreikenden war in den vergangenen Tagen kontinuierlich zurückgegangen. In der vergangenen Woche verweigerten zeitweise fast zwei Drittel der rund 300 Inhaftierten die Nahrungsaufnahme. Zuvor hatten die Bewacher einen Gefangenen gezwungen, eine selbst angefertigte turbanähnliche Kopfbedeckung abzunehmen. Die USA lockerten inzwischen die Vorschriften.

Nach Angaben des Lagerleiters Michael Lehnert sollen die Gefangenen, die sich keiner "Schwerverbrechen" schuldig gemacht haben, wieder nach Afghanistan zurück geschickt werden. Allerdings müssten sie bei den Verhören "die ganze Wahrheit" sagen, betonte Lehnert. (APA)

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