Klestil: "Reformer stärken"

8. März 2002, 20:27
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"Nach 11. September Dialog wichtiger denn je"

Wien - "Der Dialog ist seit dem 11. September wichtiger denn je". Mit diesen Worten erläuterte Bundespräsident Thomas Klestil gegenüber der "Kronen-Zeitung" die Gründe für die Einladung des iranischen Staatspräsidenten Mohammad Khatami, der von Montag bis Mittwoch eine Staatsbesuch in Österreich absolviert. Die Einladung sei erfolgt, bevor die USA den Iran in eine "Achse des Bösen" einreihte, betonte Klestil. Österreich habe politisches Interesse, "Präsident Khatami und seine Reformer zu stärken".

Außerdem solle der Religionsdialog fortgeführt werden, für welchen Österreich durch die Kardinäle Franz König und Christoph Schönborn zum "Pionierland" geworden sei. Der Besuch, der auch zur Pflege der "traditionellen wirtschaftlichen Kontakte dient, sei mit der EU und dem Beauftragten für die gemeinsame Außenpolitik Javier Solana koordiniert worden, betonte der Bundespräsident. "Auch die EU ist der Meinung, es habe Sinn, mit dem Iran zu reden." Beschwerden aus den USA habe es keine gegeben. Die Einreihung des Iran in die "Achse des Bösen" bezeichnete Klestil als "undifferenzierte Abstemplung. Dies sei für Khatami "keine Hilfe".

Ein wichtiges Thema bei dem Besuch werde auch der Nahostkonflikt sein, kündigte der Bundespräsident an: "Der Iran verurteilt den Terrorismus. Das hat er zum 11. September glaubhaft dargelegt. Wen immer man aber heute in der islamischen Welt anspricht, wird er sagen: 'Schaut euch an, was mit den Palästinensern geschieht. Ihr Widerstand ist auch unsere Sache." (APA)

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