UNO fordert mehr Schutz für Frauen und Kinder

8. März 2002, 19:28
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Schicksal der Frauen in Afghanistan stand am 8. März im Mittelpunkt

New York - Zum diesjährigen Weltfrauentag ist das Schicksal der Frauen in Afghanistan in den Mittelpunkt der offiziellen Veranstaltungen gerückt. UNO-Generalsekretär Kofi Annan wertete es in einer Erklärung als Zeichen der Hoffnung, dass die dortigen Frauen und Mädchen nach Jahren der Unterdrückung nunmehr wieder eine Schulbildung erhalten und am öffentlichen Leben teilhaben könnten. Amnesty International hat Gewalt gegen Frauen weltweit als "die am weitesten verbreitete und am meisten versteckte Form von Menschenrechtsverletzungen" gewertet.

UNIFEM-Exekutivdirektorin Noeleen Heyzer rief in einer Erklärung zu verstärktem Engagement und für mehr öffentliche Entwicklungshilfe zu Gunsten von Frauen auf, die besonders gefährdet seien - nicht nur in Afghanistan, sondern auch in vielen anderen Teilen der Welt. Neben der Gleichstellung von Mann und Frau gelte es, die Müttersterblichkeitsrate zu senken und die Bildungschancen für Mädchen zu erhöhen. Dies sei nicht zuletzt wichtig im Kampf gegen Aids.

Robinson: Verbesserter Schutz nötig

UNO-Menschrechtskommissarin Mary Robinson hat eine Ausweitung des Mandats der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe (ISAF) gefordert. "Die internationalen Truppen sollten auch über Kabul hinaus für Sicherheit sorgen", sagte Robinson am Freitag in der afghanischen Hauptstadt. Bei einer Feier zum Internationalen Frauentag forderte sie zugleich die afghanische Interimsregierung auf, mehr zum Schutz von Frauen und Kindern in dem Land zu tun.

Seit dem Sturz der radikalen Taliban habe sich die Lage der Frauen in Afghanistan zwar verbessert, dennoch käme es weiter zu gewalttätigen Übergriffen nicht nur gegen Frauen. An der Feier zum Frauentag nahmen auch Karsai und die afghanische Frauenministerin Sima Samar sowie Vertreterinnen afghanischer Frauenorganisationen teil.

Amnesty: Integrität in Gefahr

Die "physische, geistige und sexuelle Integrität" von Frauen sei in allen Regionen der Welt und unter den verschiedensten Regierungen in Gefahr, hieß es in einer am Freitag von amnesty in London herausgegeben Erklärung zum Internationalen Frauentag. Die internationale Staatengemeinschaft verschließe allzu oft aus politischem Opportunismus die Augen vor der Gewalt gegen Frauen, warnte Amnesty. (APA/AP/dpa)

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