Europarat verurteilt Hinrichtungen in Weißrussland

8. März 2002, 18:25
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Generalsekretär Schwimmer: Vier Angeklagten droht Todesstrafe und sofortige Hinrichtung

Straßburg - Anlässlich der drohenden Verurteilung von vier Angeklagten hat der Europarat erneut die Abschaffung der Todesstrafe in Weißrussland gefordert. Diese Strafe verletze "alle akzeptablen Menschenrechtsstandards", betonte der Generalsekretär des Staatenbunds, Walter Schimmer, am Freitag in einer Mitteilung an die Presse. Anlass für den Appell ist ein bevorstehender Prozess gegen vier Männer wegen Entführung und Mordes. Ihnen droht in dem Verfahren, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden soll, die Todesstrafe und anschließend eine schnelle Hinrichtung.

Weißrussland ist das einzige Land in Europa, mit dem der Europarat wegen schwerer demokratischer Defizite keine Beziehungen unterhält. Es ist auch das einzige europäische Land, in dem Todesurteile nach wie vor vollstreckt werden. Die meisten der 43 Europarats-Länder haben die Todesstrafe offiziell abgeschafft. In Russland und der Türkei ist sie zwar noch in Kraft, beide Länder halten jedoch seit mehreren Jahren ein Moratorium ein. (APA)

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