Forschung: Wien "krass bevorzugt"

8. März 2002, 18:00
posten

Universität Innsbruck ortet Konflikt um Forschungsgeld

Innsbruck - Einen Interessenskonflikt zwischen Uni-Standorten um Forschungsgelder für die zukunftsträchtigen "Life Sciences" und Biowissenschaften orten Vertreter der Uni Innsbruck hinter der geplanten Ausgliederung der Medizinischen Fakultäten. Durch die Abspaltung der Medizin würde "der ohnehin seit Jahren favorisierte Standort Wien krass bevorzugt". In Innsbruck würde "die einzige große Volluni in Österreich zerschlagen", meinen die Vizerektoren Peter Loydl und Peter Gröbner.

Da die medizinische Forschung (vorklinische Fächer) in Innsbruck an den Naturwissenschaften angesiedelt ist, wäre die Trennung das Aus für die Medizin als Wissenschaft. Der Medizin bliebe die Krankenversorgung, die aus knappen Länder-Budgets zu finanzieren sei. Die Medizin-Uni würde zur Fachhochschule degradiert, fürchten die Vizerektoren.

Zur Erhärtung haben sie sieben Unis verglichen, nach Publikationen in medizinischen Fachjournalen pro Professor. An den zwei einzigen Medizin-Unis Hannover und Lübeck liegt die Quote bei 5,3 bzw. 2,6; in Bern bei 4,3, Freiburg 5,4, in Innsbruck bei 7,8, in Heidelberg bei 9,8. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 9.3.2002)

Share if you care.