Frauen hoch im Kurs an der Wiener Börse

8. März 2002, 19:08
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Studie: Frauen legen genauso erfolgreich an wie Männer

Wien - "Ich kann versichern: Aktien machen auch Spaß, und Frauen haben auch ganz gern Spaß." Mit dieser Feststellung eröffnete Birgit Kuras, Chefanalystin der Raiffeisen Centrobank (RCB) und eine der prominentesten Aktienexpertinnen in Österreich, am Internationalen Frauentag eine Expertinnendiskussion ("Frauen hoch im Kurs") an der Wiener Börse.

Zuvor hatte Wiens Börsevorstand Erich Obersteiner eine wesentliche empirische Feststellung nach Umfragen der ETH Zürich zitiert: Es gebe "keine signifikanten Unterschiede in Veranlagungserfolgen", die Voraussetzungen seien in jedem Fall gleich. Vielmehr hätten Frauen "psychologisch motiviert" mitunter sogar die Nase vorn.

Konservative Anlageentscheidung

In der Anlageentscheidung selbst sei die Frau heute jedoch noch "eher konservativer", meinte Obersteiner unter Hinweis auf eine deutsche Forsa-Umfrage. Weibliche Anleger bevorzugten mehr als männliche das Sparbuch. Bei Aktien- und Fondskäufen seien Frauen noch unterdurchschnittlich vertreten, bei Anleihen lägen sie wieder gleichauf.

Zu Unrecht hätten Frauen noch starke Berührungsängste mit dem Thema Börse, habe auch die deutsche Autorin Carola Ferstl in ihrem Börse-Einsteigerinnen-Buch "Frauen sind die besseren Anleger" fest gestellt. Nur ein Drittel der BörseinvestorInnen seien Frauen. In der Financial Community haben laut Obersteiner die Frauen jedoch eine entscheidende Rolle, u.a. in der Analyse, im Handel und in der Fondsbetreuung. Dem Motto des Frauenforums am Börseplatz in der Wiener Strauchgasse getreu schloss Obersteiner sein Statement zum Tag mit den Worten: "Die Börse ist weiblich."

Zum zweiten Mal bot die Wiener Börse am 8. März interessierten Frauen die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen des Wertpapiergeschäftes zu werfen. (APA)

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