Palästinensische Kundgebung vor Wiener UNO-Sitz

8. März 2002, 16:24
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Sofortigen Stopp israelischer Angriffe gefordert

Wien - Verschiedene Palästinenserorganisationen in Österreich haben am Freitagnachmittag vor dem Sitz der Vereinten Nationen in Wien eine Protestkundgebung gegen israelische Angriffe in den Palästinensergebieten abgehalten. Nach Angaben der Veranstalter nahmen an der Aktion rund 200 Menschen teil. Delegierte der palästinensischen Gemeinde sowie der palästinensischen Vertretung in Wien hätten einem hohen UNO-Beamten einen Brief für UNO-Generalsekretär Kofi Annan überreicht, in dem ein "sofortiger Stopp israelischer Attacken gegen die palästinensische Zivilbevölkerung" sowie ein Ende des "Vernichtungskriegs gegen die palästinensische Infrastruktur" gefordert wird.

Ferner werde in dem Schreiben gefordert, die "besetzten Gebiete sofort zu räumen" sowie die "UNO-Resolutionen endlich ernst zu nehmen", wie ein Vertreter der Veranstalter erklärte. Neben Palästinensern hätten an der Kundgebung auch Mitglieder arabischer und islamischer Organisationen teilgenommen, sagte er.

Am Freitag sind am bisher blutigsten Tag seit Beginn der Al-Aksa-Intifada vor mehr als 17 Monaten 33 Palästinenser getötet worden. Bei einer anhaltenden Großoffensive der israelischen Armee im Flüchtlingslager von Tulkarem im Westjordanland wurden nach palästinensischen Angaben mindestens sieben Menschen getötet. Im Gazastreifen kamen bei israelischen Angriffen 20 Palästinenser ums Leben. Fünf Palästinenser, darunter eine Frau und ein Krankenhausdirektor, wurden in Bethlehem Opfer der Gewalt. Ein Palästinenser, der nach israelischen Angaben südlich von Nablus Mienen legen wollte, wurde ebenfalls getötet. Den Großangriffen der israelischen Armee war in der Nacht auf Freitag ein palästinensischer Terroranschlag auf die jüdische Siedlung Atzmona im Süden des Gazastreifen vorausgegangen, bei dem fünf Israelis ums Leben kamen. (APA)

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