Wecker-Klingeln kann Schlaganfall auslösen

11. März 2002, 07:00
5 Postings

Der Schreck verursacht eine abrupte Körperbewegung

Frankfurt/Main - Abrupte Bewegungen als Schreckreaktion auf ganz alltägliche Geräusche wie das Klingeln von Wecker, Telefon oder Türglocke können einen Schlaganfall auslösen. Das ist nach einem Bericht der "Ärztlichen Praxis" das Ergebnis einer Studie der Universität Tel Aviv. Die Wissenschafter konnten damit gänzlich neue und bisher unbekannte Risikofaktoren für den so genannten ischämischen Hirninfarkt ausmachen.

Die Forscher protokollierten bei 150 Schlaganfall-Patienten exakt, was die im Durchschnitt 68-Jährigen am Tag des Infarkts sowie am Vortag erlebt hatten. Tatsächlich konnten sich 44,7 Prozent der Befragten erinnern, in den zwei Stunden vor dem Schlaganfall einem so genannten Trigger-Ereignis, also einem mutmaßlichen Auslöser der Erkrankung, ausgesetzt gewesen zu sein. Besonders häufig wurden dabei abrupte Körperbewegungen (22 Prozent), sowie emotionaler Stress und Wutausbrüche (13,3 Prozent) genannt.

Weitere Risiko-Faktoren

Auch starke körperliche Anstrengung und plötzliche Veränderung der Temperatur in der Umgebung erhöhen der Studie zufolge das Schlaganfall-Risiko. Die Experten wiesen darauf hin, dass die neu entdeckten Faktoren offensichtlich als sehr kurzfristige Auslöser des Hirninfarkts fungierten, während die bekannten Risikofaktoren Bluthochdruck und Rauchen die Gefahr eines Schlaganfalls langfristig erhöhten. Die Mediziner rieten dringen, besonders ältere Hochrisiko-Patienten vor den Gefahren zu warnen, die mit emotionalen und körperlichen Reaktionen auf ganz alltägliche Geräusche verbunden seien.

In Deutschland trifft jedes Jahr Schätzungen zufolge zwischen 150.000 und 250.000 Menschen der Schlag. In allen westlichen Industrieländern ist der Hirninfarkt nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für Behinderungen. Ausgelöst wird die Krankheit durch eine plötzliche Mangeldurchblutung des Gehirns etwa als Folge eines Blutgerinnsels oder eines geplatzten Blutgefäßes. Die Hirnzellen erhalten dadurch zuwenig Sauerstoff und sterben ab. (APA/AP)

  • Artikelbild
    foto: photodisc
Share if you care.