Akute Vergiftungsgefahr durch Tabakblätter

8. März 2002, 19:53
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Erst kürzlich wurden Rezepte mit dieser Zutat publiziert

Berlin - Tabakblätter sind keine Lebensmittel und sollten daher auch auf keinen Fall bei der Zubereitung von Speisen verwendet werden. Denn ansonsten bestehe eine akute Vergiftungsgefahr, warnt das deutsche Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (Berlin) mit Blick auf kürzlich publizierte Rezepte mit Tabakblättern. Das in diesen Essen enthaltene Nikotin übertreffe im ungünstigsten Fall die für Erwachsene bei oraler Aufnahme tödliche Menge um das Mehrfache.

Die Behörde berichtete über ein Rezept, das für ein Dreigänge-Menü Extrakte von 21 Gramm Tabakblättern sowie weitere 14 Gramm Tabakstreifen vorsieht. Dabei könne auch eine milde Zigarre verwendet werden. Nach Angaben der Gesundheitsexperten kann zumindest für Kinder schon der Konsum von einer halben Zigarre tödlich enden.

Auch in wesentlich niedrigeren Dosen habe Nikotin erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit wie eine Erhöhung der Herzfrequenz, des Blutdrucks, des Herzminutenvolumens und der koronaren Durchblutung. Auf das zentrale Nervensystem wirke Nikotin in kleinen Dosen anregend, größere Dosen lösten Krämpfe aus. Bei Nikotinvergiftungen könne es zu einer Atemlähmung kommen, der Tod trete dann durch Ersticken ein. Das Bundesinstitut wies darauf hin, dass die Zubereitung eines solchen Essens für Dritte gegen das Lebensmittelgesetz verstoße. (APA/AP)

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