IBM Österreich will verstärkt auf den Mittelstand setzen

8. März 2002, 16:21
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Mobile Computing als "klassischer Wachstumsmarkt" - Rückzug aus Nischen

IBM Österreich will im heurigen Jahr mit seiner Ankündigung, verstärkt den PC-Markt für Klein- und Mittelbetriebe zu bearbeiten, Ernst machen. "Im Bereich Large Enterprises, haben wir uns mit einem Marktanteil von 35 Prozent bereits gut positioniert. Das große Wachstumspotenzial sehen wir nun im Bereich Klein- und Mittelbetriebe", so Paul Suppan, Direktor Personal Computing Divison (PCD) von IBM Österreich vor Journalisten. In diesem Bereich wolle man 2002 kräftig zulegen. Dabei vertraue IBM vor allem auf seine Businesspartner und will mit "Einstiegszuckerln" wie dem "Top-Seller-Programm" auch Unternehmen unter 500 Mitarbeiter gewinnen.

Teil einer europäischen Gesamtstrategie

Diese Fokussierung sei Teil einer europäischen Gesamtstrategie. Die geplante Fusion HP/Compaq schaffe eine neue Situation auf dem Markt, die IBM für sich nutzen will. "Wir werden das Feld KMU sicher nicht kampflos Dell überlassen", meinte Suppan. Prinzipiell glaube er nicht, dass Dell die große Konkurrenz werden wird, unterschätzen werde man Dell aber auch nicht. Der klassische Wachstumsmarkt sei der Bereich Mobile Computing, wobei der PC-Markt weiterhin zurückgehen werde. "Deshalb wird das Notebook-Geschäft auch weiter ausgebaut." Vor allem im Bereich Mittelbetriebe mit weniger als 1.000 Mitarbeitern will IBM "besser werden". Aber auch bei Unternehmen unter 500 Mitarbeitern erwartet Suppan in diesem Jahr einen kräftigen Push. Von Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten werde IBM aber auch weiterhin die Finger lassen.

Bluetooth im Vordergrund

Die Auslagerung der PC-Produktion an Sanmina sieht Suppan keineswegs als "Rückzug" aus dem Desktop-Geschäft. "Für mich ist das ein positiver Schritt, der die Situation für uns wesentlich verbessert hat", so der Österreich PC-Chef. Im Produktbereich Wireless soll 2002 Bluetooth im Vordergrund stehen. "Jedes Gerät wird mit einem Bluetooth-Chip ausgestattet, unter anderem auch, weil diese immer billiger werden", so PCD-Marketing-Chef Wolfgang Springler. Außerdem werde man sich aus bestimmten Nischen zurückziehen. "Der IBM-PDA, ein Lizenzprodukt von Palm, wird künftig nicht mehr produziert." Mit der Einführung der ThinkPad XTRA-Serie sei der "Notebook-Wildwuchs" endgültig beseitigt worden. Verschiedene Komponenten können nun beliebig in allen Notebook-Produktlinien angewendet werden. (pte)

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