ÖBB beförderten 2001 mehr Personen und Güter

8. März 2002, 14:10
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ÖBB-Chef vorm Walde schließt generelle Tariferhöhung aus

Wien - Die ÖBB haben im Geschäftsjahr 2001 mehr Personen und Güter befördert als im Jahr zuvor. Der Güterverkehr steigerte seine Beförderungsleistung um 1,9 Prozent auf 86,411 Mill. Tonnen, der Personenverkehr um 0,2 Prozent auf 276,5 Mill. Passagiere. Ergebnisseitig gab es praktisch keine Veränderungen, das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) machte 128,6 Mill. Euro aus (minus 0,09 Prozent), das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) 119,9 Mill. Euro (plus 0,04 Prozent). Die vorläufigen Ergebnisse, die gestern Donnerstag dem ÖBB-Aufsichtsrat zur Kentnnis gebracht wurden, müssen noch vom Wirtschaftsprüfer testiert werden.

Für das Jahr 2002 haben die ÖBB ein etwas geringeres EGT budgetiert als 2001 erzielt wurde, sagte der seit August 2001 amtierende Generaldirektor Rüdiger vorm Walde. Zu berücksichtigen sei, "dass die Konjunktur noch nicht hundertprozentig läuft" und dass die ÖBB hinsichtlich steuerlicher Belastungen die ihnen mit der Ausgliederung 1994 gewährte Ausnahmeposition verloren hätten. Dass das im EGT des Jahres 2001 enthaltene Zinsergebnis, im Gegensatz zu den Vorjahren, positiv ausgefallen sei, sei einer Kapitalerhöhung zuzuschreiben. Rund ein Drittel des Ergebnisses stammen aus dem Immobilienbereich.

Keine Tariferhöhungen

Eine Tariferhöhung haben die ÖBB nicht im Sinn, betonte vorm Walde. Überlegt werde nur die Einführung eines Business-Class-Tarifs, da Reisezugwaggons der 1. Klasse mit vierplätzigen Büroabteilen für Geschäftsreisende ausgestattet werden, deren höherer Komfort möglicherweise einen höheren Preis rechtfertigen könnte. Neben Computer- und Internetanschlüssen werden diese Waggons auch durch den Einbau von Funkverstärkern (Moving repeater) für den störungsfreien Handybetrieb gerüstet sein.

Modernisierung

Insgesamt modernisieren die ÖBB in den nächsten drei Jahren, wie berichtet 720 Reisezugwaggons um 218 Mill. Euro, die für Höchstgeschwindigkeiten von 200 km/h (bisher 160 km/h) umgebaut werden. Die ersten dieser Waggons werden im heurigen Mai/Juni in Betrieb genommen.

Airport-Shuttle-Garnituren

Noch heuer, zum Beginn des Winterfahrplans am 15. Dezember, werden die neuen Airport-Shuttle-Garnituren in Betrieb genommen, die von Wien-Mitte zum Flughafen Schwechat pendeln und mit Business-Class-Abteilen ausgestattet sein werden. Exakt ein Jahr später, ab 15. Dezember 2003, wird die neu gebaute Airport-Express-Strecke der S7 eröffnet. (APA)

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